Mittwoch, 29. Februar 2012

Ätherisches Öl der Nelke

Gewürznelkenbaum
(Latein: Syzygium aromaticum (Linn.), Englisch: cloves)[1]
Gewürznelken

Pflanzenfamilie: Myrtaceae
Vorkommen: Tropische Regionen Indiens, Sri Lanka. 
Geschichte: Nelken sind ein bekanntes Gewürz. Sie wurden schon früh in der Ayurvedischen und der Chinesischen Medizin verwendet. 
Herstellungsart: Das ätherische Öl der Nelke wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen.
Pflanzenteil: Blütenknospen
Duftbereich: Herznote. Kraftvoll, süß-würzig mit fruchtig-frischer, scharfer Obernote.
Inhaltsstoffe: Nelken sind eine Ätherisch-Öl-Droge mit mindestend 14% ätherischem Ölgehalt (mit 85-95% Eugenol als Hauptkomponente), Glavonoide, Phenolcarbonsäuren, kleine Mengen an Phytosterolen. Aus den Blüten sowie den Knospen der Gewürznelke, ist es möglich, ein ätherisches Öl, das aus einer Mischung von aliphatischen und cyclischen flüchtigen Terpene sowie Phenylpropanoide besteht, zu erhalten, wobei Eugenol die Hauptkomponente darstellt.[2]
Physische Eigenschaften: In der Aromatherapie ist das ätherische Öl der Nelke dafür bekannt eines der am stärksten antibakteriellen und schmerzstillenden ätherische Öle zu sein. Das ätherische Öl der Nelke wird medizinisch dazu verwendet, um Zahnschmerzen, Erkrankungen der Atemwege, Entzündungen und Magen-Darm-Beschwerden zu behandeln. 

Anwendungsgebiete nach der Komission E sind entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie örtliche Schmerzstillung in der Zahnheilkunde. In Mundwässern wird 1-5% ätherisches Nelkenöl verwendet. Zum Betupfen entzündeten Zahnfleisches kann der Zahnarzt spezielle Zahntropfen mit 30% Nelkenöl über die Apotheke verordnen. Die entzündete Stelle wird mehrmals täglich mit dem Nelkenöl betupft. Das ätherische Öl wirkt desinfizierend auf Bakterien, Pilze und Viren und hat eine örtlich betäubende (lokalanästhetische) Wirkung.[3]  

Eine Besonderheit von ätherischem Öl der Nelke ist die antibakterielle Aktivität gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus MRSA. Diese Bakterien besitzen Resistenzen gegen mehrere wichtige Antibiotika (Multiresistenz) und sind besonders schwer zu eliminieren. MRSA stellen weltweit vor allem in Kliniken eine Gefahr dar. Besonders betroffen sind die chirurgischen Intensivstationen, Abteilungen für Brandverletzungen und Neugeborenenstationen. im klinischen Alltag gestaltet sich die Therapie von Patienten mit MRSA-Infektionen oft schwierig und langwierig.[4] 

Die Nelke (Syzygium aromaticum) wurde auf ihre antibakterielle Aktivität gegen MRSA getestet. Die keimabtötende Wirksamkeit der Nelkenextrakte wurde bei verschiedenen Konzentrationen bestimmt. Die Gewürznelke zeigte sehr starke antibakterielle Aktivität gegen MRSA. Solche Befunde sind eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung von Infektionen und können einen wichtigen Beitrag als Behandlungsmittel in der Externen Therapie in Anti-S.-aureus-Schemata beitragen.[5]
Psychische Eigenschaften: Ätherisches Öl der Nelke ist ein starkes Stimulanz und kommt zur Anwendung bei Depression und chronischer Müdigkeit in Duftlampen, Bädern, Einreibungen und Massagen.[6]
Unerwünschte Wirkungen: In konzentrierter Form ist ätherisches Öl der Nelke gewebereizend. Bei der Anwendung kann es gelegentlich zu Haut- und Schleimhautreaktionen führen.


Blattgold Dr.Becker



[1] Schrott, Ammon. Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin – Eine Gegenüberstellung. Springer Verlag, 2012, 1. Auflage. S.310-311
[2] Santin JR, Lemos M, Klein-Júnior LC, Machado ID, Costa P, de Oliveira AP, Tilia C, de Souza JP, de Sousa JP, Bastos JK, de Andrade SF. Gastroprotective activity of essential oil of the Syzygium aromaticum and its major component eugenol in different animal models. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol. 2011 Feb;383(2):149-58. Epub 2010 Dec 8.
[3] Schilcher, kammerer. Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer, 2. Auflage, 2003.
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Staphylococcus_aureus#Name
[5] Mandal S; Manisha DebMandal, Saha K, Pal NK. In Vitro Antibacterial Activity of three Indian Spices Against Methicillin-Resistant Staphylococcus aureus. Oman Med J. 2011 Sep; 26 (5) :319-23.
[6]Wabner, Beier. Aromatherapie – Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis. Urban & Fischer Verlag, 1. Auflage 2009. S.238

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