Sonntag, 26. Februar 2012

Ätherisches Öl der Rose

Die Blüte der Rose (Rosae flos/Rosenblüten) ist ein Arzneimittel. Die Bestandteile des Arzneimittels Rose sind die Rosenblüten, welche vor dem völligen Aufblühen gesammelt werden. Arzneilich werden die getrockneten Kronblättern von Rosa gallica LINNÉ, Rosa centifolis LINNÉ und deren Varietäten sowie Zubereitungen aus Rosenblüten, wie Rosenwasser und ätherisches Öl der Rose, verwendet. 

Hundertblättrige Rose (Rosa centifolia)  Blattgold Dr.Becker ®



Auch Rosa damascena wird für die Produktion von Hagebuttensamenöl, ätherisches Öl der Rose, Rosenwasser, Concrete und Absolue angebaut. Als ein Bestandteil von Kosmetik sowie Produkten für die Naturheilkunde und die Aromatherapie wird ätherisches Öl der Rose gern verwendet. Es ist bekannt, dass ätherisches Öl die Haut durchdringen kann, weil es lipophile/fettliebende Eigenschaften besitzen. Da ätherisches Öl flüchtig ist beträgt die Verweildauer von ätherischem Öl der Rose auf der Oberfläche der Haut meist nur ein paar Stunden. 



Hundertblättrige Rose (Rosa centifolia)  Blattgold Dr.Becker ®

Die Damaszener Rose ist eine sehr altertümliche Rosensorte. Ihr kommt eine zentrale Bedeutung in der alten, europäischen Rosenzüchtung im 19.Jahrhundert zu. Alle Damaszener-Sorten stammen von einer gemeinsamen Vorfahrin ab. Heutzutage besteht durch die Rosenzüchtung eine große genetische Vielfalt innerhalb der Damaszererrosen.

Die drei Arten der Rose, Rosa moschata, Rosa gallica und Rosa fedschenkoana, sind die Stammarten der ursprünglichen Hybridisierung. Die ältesten Damaszener-Sorten besitzen Chloroplasten die nur von Rosa moschata abgeleitet sind. 

Rosa moschata ist eine Wildrose, die in China beheimatet ist und von Johann Herrmann 1762 erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde. Sie ist die Wildform der Moschus-Rose und wurde für die Züchtung der Damaszener-Rosen und der Zentifolien verwendet. Die Rose wird im Volksmund gerne als Königin der Blumen bezeichnet und Rosa moschata ist sozusagen ihre Ur-Mutter.


Rosa moschata
  
Für die Gewinnung von ätherischem Öl der Rose werden hauptsächlich Damaszener Rosen (Rosa damascena Mühle) eingesetzt. Die gesamte Produktion in Bulgarien und der Türkei besteht dabei nur aus einem Genotyp. Die größte Produktionsfläche für Damaszenerrosen im Iran liegt in der Provinz Isfahan. Die dort überwiegende Rosensorte ist der dominierende Genotyp im Iran. Er ist identisch mit dem bulgarischen Genotyp. Andere Genotypen kommen im Iran in den kleinen, proviziellen Anbaugebieten, besonders in dem bergigen Nordwesten, vor.

Rosenwasser und
ätherisches Öl der Rose wird auch unter den klimatischen Bedingungen in dem gebirgigen Gelände von Uttarakhand produziert. Uttarakhand liegt im südlichen Himalaya und erstreckt sich von der Gangesebene im Süden über die Ausläufer des Himalaya bis ins Hochgebirge Indiens. Uttarakhand hat in Abhängigkeit seiner Höhenlage unterschiedliche Klimazonen, in denen das Klima von tropischem bis hin zu polarem Charakter reicht. Man findet dort eine anmutige Gegend, wo ertragreiche Blumentäler und dichte Wäldern bestehen. Die klimatischen Bedingungen in Uttarakhand sind wie gemacht für die Herstellung von ätherischem Öl der Rose nach internationalen Standards.


Rosa damascena


Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltststoffe der Blütenblätter der Rose sind ätherisches Öl mit Geraniol, Nerol, L(-)-Citronellol und ausserdem enthalten Rosenblüten Gerbstoffe.  Die wichtigsten enthaltenen, flüchtigen Stoffe, im Rosenwasser der indischen Sorte 'Ranisahiba' sind Phenylethylalkohol (66,2-79,0%), Geraniol (3,3-6,6%) und Citronellol (1.8-5.5%).  Das ätherische Öl der indischen Rosensorte 'Noorjahan " enthält als wichtigste Komponenten Citronellol (15,9-35,3%), Geraniol (8,3-30,2%), Nerol (4,0-9,6%), Nonadecan (4,5-16,0%), Heneicosane (2,6-7,9%) und Linalool (0,7 -2,8%).

Durch die Wirkung von
ätherischem Öl der Rose auf die Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse kommt ein hemmender Effekt auf die Ausschüttung von Stresshormonen zustande. Bei gestressten Tieren und Menschen weisen mehrere Hirnregionen neuronale Aktivierung auf, wodurch die Konzentration der Stresshormone im Blut erhöht wird.

Akuter Stress in eine biologisch sinnvolle Anpassung wenn Menschen in Bedrängnis geraten. Chronischer Stress hingegen ist heute eine der wesentlichen Ursachen von Zivilisationskrankheiten. Das Einatmen von
ätherischem Öl der Rose hemmt bei Menschen signifikant die Auswirkungen von chronischem Stress. 


Auswirkung von Stress
  

Langfristiger Stress führt zu allgemeiner Schwäche, zu chronischer Müdigkeit und zum Steroiddiabetes, chronischem Bluthochdruck. Stressfolgen können auch Osteoporose, gehemmte Sexualfunktionen mit Amenorrhoe, Impotenz und Libidoverlust sein, eine gehemmte Verdauung mit daraus resultierender Neigung zu Magen-Darm-Geschwüren, ein gehemmtes Immunsystem mit einer erhöhten Gefahr an Infektionskrankheiten zu erkranken und maligne Entartungen (Krebs). Stressbedingte Langzeitwirkungen sind für den Organismus schädlich. Die Auswirkungen chronischer, stressverursachter Störungen können aber eingeschränkt bzw. verhindert werden indem ätherisches Rosenöl eingeatmet wird.

Die Wirkung von wässrigem Extrakt aus der Rose ist adstringierend sowie antientzündlich. Gerbstoffe wirken als Adstringenzien und schaffen bei lokaler Anwendung auf Wundflächen oder Schleimhäuten eine dichtere, oberflächliche Zellstruktur. Das Gefüge der Haut wird verdichtet und eine verminderte Durchblutung der Kapillaren bewirkt den entzündungshemmenden Effekt. Es kann somit bei einer entzündlich veränderten Haut und Schleimhäuten im Mund-Rachenbereich zur Hautberuhigung eingesetzt werden.

Aufgrund der Verdichtung des Hautgewebes finden Bakterien wie P.acnes keinen Nährboden mehr und werden reduziert. Bei einer leicht entzündlichen, milden Akne kann Rosenwasser als Medikament lokal angewendet werden. Auch feuchte Umschäge (die Feuchtigkeit muss verdunsten können) mit den Pflanzenauszügen aus Rosenblüten wirken antientzündlich auf der Haut.

Das ätherische Öl der Rose zeigt ausserdem eine hervorragende antibakterielle Aktivität gegen Propionibacterium acnes, ein Bakterium das reichlich in Talgdrüsen zu finden ist und Pickel verursacht. Bei örtlicher Anwendung wird
ätherisches Öl der Rose direkt an den Wirkort, also den Pickel, gebracht. Atherisches Öl der Rose kann unverdünnt auf die Haut aufgebracht werden. Es sind keine Gegenanzeigen, Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen von Rosenwasser oder ätherischem Öl der Rose mit anderen Mitteln bekannt.



Quellen:
Rosae flos (Rosenblüten). Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 1.9.1990., Heftnummer: 164., ATC-Code: A01AF. Monographie BGA/BfArM (Kommission E). http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/rosae-flos-rosenblueten.htm
 
Schmitt S, Schäfer UF, Döbler L, Reichling J. Variation of in vitro human skin permeation of rose oil between different application sites. Forsch Komplementmed. 2010;17(3):126-31. Epub 2010 Jun 14.
 
Iwata H, Kato T, Ohno S. Triparental origin of Damask roses. Gene. 2000 Dec 23;259(1-2):53-9.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_moschata
Babaei A, Tabaei-Aghdaei SR, Khosh-Khui M, Omidbaigi R, Naghavi MR, Esselink GD, Smulders MJ. Microsatellite analysis of Damask rose (Rosa damascena Mill.) accessions from various regions in Iran reveals multiple genotypes. BMC Plant Biol. 2007 Mar 8;7:12.

Schilcher, Heinz, Kammerer Susanne. Leitfaden Phytotherapie. 2. Auflage, 2003. Urban und Fischer. S. 201.
Verma RS, Padalia RC, Chauhan A, Singh A, Yadav AK. Volatile constituents of essential oil and rose water of damask rose (Rosa damascena Mill.) cultivars from North Indian hills. Nat Prod Res. 2011 Oct;25(17):1577-84. Epub 2011 Jun 28.
Fukada M, Kano E, Miyoshi M, Komaki R, Watanabe T. Effect of "Rose Essential Oil" Inhalation on Stress-Induced Skin-Barrier Disruption in Rats and Humans. 1Division of Integrative Physiology, Department of Functional, Morphological and Regulatory Science, Tottori University Faculty of Medicine, 86 Nishi-cho, Yonago, Tottori 683-8503, Japan.
Zu Y, Yu H, Liang L, Fu Y, Efferth T, Liu X, Wu N. Activities of ten essential oils towards Propionibacterium acnes and PC-3, A-549 and MCF-7 cancer cells. Molecules. 2010 Apr 30; 15 (5) :3200-10.

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