Sonntag, 26. Februar 2012

Ayurvedisch kochen

In der ayurvedischen Küche bedeutet Sattva Harmonie, Reinheit, Ausgeglichenheit. Eine sattvige Mahlzeit ist leicht verdaulich, ausgeglichen im Nährstoffgehalt und vegetarisch. Sattvisches Essen enthält alle sechs Geschmacksrichtungen und fördert die geistigen und körperlichen Qualitäten. Es vermehrt Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, schenkt innere Ruhe und Gelassenheit. Sattvisches Essen ist ein frisches, vollwertiges Mahl aus unbelasteten, natürlich gereiften, biologisch angebauten Nahrungsmitteln.


Die sechs Geschmacksrichtungen des Ayurveda, die in einem original ayurvedischen Gericht vertreten sind lauten: Süß, scharf, sauer, bitter, herb und salzig.
Mit süß ist nicht Zucker gemeint, sondern Kohlenhydrate wie Reis, Nudeln oder Brot. Eine Kombination aus Lebensmitteln der sechs Geschmacksrichtungen kann man zum Essen extra dazu reichen, um die gewünschte Vielfalt und Ausgewogenheit zu erreichen.

Ayurveda ist die Naturheilkunde Indien und eine ganzheitliche Gesundheitsphilosophie. Gesundes Essen ist nur ein kleiner Teil des Ayurveda und man sagt, dass wer sich gut ernährt weniger krank wird. Das sattvische Ayurvedische Essen wird mit vielen Gewürzen und Kräutern zubereitet, die in der europäischen traditionellen Kräuterheilkunde als Medizin bekannt sind, z.B. Gelbwurz und Ingwer. Wer erst anfangen möchte ayurvedisch zu kochen, für den reicht es aus mit wenigen Gewürzen zu kochen und sich langsam zu steigern. Wichtig für die ayurvedische Küche und wie Medizin sind frischer Ingwer, Kreuzkümmel und Kurkuma.
 
Ayurvedische Gewürze im Küchenregal © Becker







Häufig gebrauchte ayurvedische Gewürze:
Bockshornkleesamen: wärmend, verdauungsfördernd, gewichtsverringernd, bitter im Geschmack
Fenchel: Kühlend, süßend, verdauungsfördernd
Gelbwurz (Kurkuma, Tumerik): Ausgleichend, verdauungsfördernd, gut für die Verdauung von Eiweiß
Ingwer: Wärmend, regt Eiweißverdauung an
Kardamom: Allgemein beruhigend, verdauungsanregend, blähungstreibend
Koriander: Kühlend, lindernd, beruhigend, verdauungsfördernd, ausgleichend
Lorbeerblätter: Wärmend, verdauungsfördernd
Pfefferkörner, schwarz: Verdauungsfördernd, wärmend, blähungstreibend
Safran: Kühlend, Verdauungsfördernd, ausgleichend
Schwarze Senfkörner: Verdauungsfördernd, ausgesprochen wärmend
Zimt: Wärmend, süßend, verdauungsfördernd

Ayurvedisches Gericht mit 6 Geschmacksrichtungen © Becker

Ein ayurvedisches Gericht kann wie in dem Bild aussehen. Es besteht aus einer Linsensuppe, die mit Kreuzkümmelsamen, Bockshornkleesamen, getrockneten roten Chillischoten, fein geschnittenem frischen Ingwer und frischem Koriander abgeschmeckt wird. 

Bohnen-Karotten-Gemüse © Becker

Hierzu gibt es eine Gemüsevariante, beispielsweise Bohnen-Karotten-Gemüse mit Kreuzkümmel, frischem Ingwer, Koriander und Kurkuma und zum Schluss Salz gewürzt.
 
Pakoras  © Becker
 
 
Pakoras sind Gemüsekrapfen. Das Gemüse kann selbst ausgewählt werden. Es eignen sich Auberginen, Paprika, Blumenkohl oder Brokkoli für Pakoras. Mehl, Gewürze und Wasser werden zu einem Teig verrührt und in stark erhitztem Öl frittiert.

Frisch geschnittene Tomaten und Ingwerwurzel © Becker
 
Tomatenchutney hat die Konsistenz einer dicken Soße und regt die Verdauung an. Alternativ kann auch Annanas, Apfel oder Kokoschutney zubereitet werden. Das Chutney wird mit schwarzen Senfkörnern,  klein geschnittenen Chillis, Lorbeerblättern, gemahlenem Koriander, frischem Ingwer, Salz und braunem Rohrzucker gewürzt.

Gurken Raita schmeckt ähnlich wie Zatziki. Es wird geraspelte Gurke mit Joghurt vermischt und mit Kreuzkümmelsamen und Salz gewürzt.

Dazu kann ein Gewürzreis mit Cashewnüssen gereicht werden, der sein einzigartiges Aroma durch fein gemahlene Kardamomsamen, Kokosraspeln und Rosinen erhält.

Als Nachtisch gibt es eine Bananensahne.
 

Rezept für die Bananensahne
Zutaten für 4 Personen:
2 reife Bananen
1 Becher Sahne
1 Messerspitze gemahlener Kardamom
2 TL Honig

Zubereitung:
Die Bananen schälen, in grobe Stücke schneiden und zusammen mit dem Kardamom und dem Honig pürieren.


Bananenpüree © Becker
  
Die Sahne getrennt schlagen. Die bananen in die Schüssel mit Sahne geben und alles verrühren. Schmeckt wie ein Gedicht. Mit der Bananensahne können auch hervorragend Obstsalate verfeinert werden.
Sahneschlagen © Becker

 
Die ayurvedischen Rezepte für die einzelnen Geschmacksrichtungen können alle dem Buch "Kochen nach Ayurveda - Köstliche Küche für ein langes Leben von Dr. Karin Pirc und Wilhelm Kempe entnommen werden.         



Ayurvedisches Buffet © Becker



OM & Guten Appetit!

Blattgold Dr.Becker

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