Samstag, 21. Juli 2012

Heilpflanzen bei chronisch entzündlicher Darmerkrankung (Colitis ulcerosa)

Menschen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (Colitis ulcerosa) wünschen sich eine optimale Therapie bei der sie ohne Cortison auskommen und ein Leben ohne die Nebenwirkungen von Medikamenten. Eine Therapie mit Heilpflanzen kann die medikamentöse Therapie mit herkömmlichen Arzneimitteln (z.B. Mesalazin) bei Colitis ulcerosa sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzten. Sowohl Heilpflanzen (Phytotherapie) als auch eine gezielte Stressregulation sind dafür geeignet. Abbau von psychosozialem Disstress kann durch Aromatherapie und Änderung des Lebensstils erfolgen.

Was ist Colitis ulcerosa?
Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Dickdarmerkrankung mit kontinuierlicher Ausbreitung und Zerstörung der oberflächlichen Schleimhautschichten des Dickdarmes. Wiederkehrende Ausbrüche der Krankheit können durch körperliche und psychische Belastung ausgelöst werden. Ausbrüche erfolgen im Wechsel mit Zeiten kompletter Beschwerdefreiheit. Die Betroffenen leiden in unterschiedlichem Ausmaß unter Beschwerden wie blutig-schleimigen Durchfällen, Fieber, Bauchschmerzen, zum Teil krampfartig mit Reißen und Ziehen beim Stuhlgang.

Heilpflanzen bei Colitis ulcerosa
Bei der Therapie der Colitis ulcerosa mit Heilpflanzen kommt vor allem eine Kombination der drei Heilpflanzen Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle zum Einsatz. Zusätzlich können auch andere Heilpflanzen wie indischer Flohsamen, Gelbwurz, Weihrauch, Heidelbeermuttersaft und Blutwurz können bei Colitis ulcerosa unterstützend wirken.

Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle bei Colitis ulcerosa
Es hat sich in der Praxis eine Kombination aus Myrrhe, Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle bewährt, deren Wirksamkeit bei Colitis ulcerosa in einer klinischen Studie dokumentiert ist. Es wurde in einer aktuellen Untersuchung das pflanzliche Präparat MYRRHINIL-INTEST® ein pflanzliches Kombinationspräparat aus 100 mg Myrrhe, 70 mg Kamillenblüten-Trockenextrakt und 50 mg Kaffeekohle, mit dem synthetischen Arzneimittel Mesalazin zur Remissionserhaltung verglichen. In der Studie wurden die Patienten über einen Zeitraum von 12 Monaten mit dem pflanzlichen Kombinationspräparat aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle behandelt. Diese Pflanzenkombination ist einer Therapie mit Mesalazin in der Remissionserhaltung bei Colitis ulcerosa nicht unterlegen und stellt eine Alternative für die Behandlung dar. Die Studie bewies, dass das pflanzliche Präparat so wirksam ist wie das synthetische Standardpräparat.[1]


Harz der Myrrhe Blattgold Dr.Becker ®

Steckbrief Myrrhe (Commiphora myrrha)
Familie: Balsamstrauchgewächse (Burseraceae).
Medizinisch verwendeter Teil: Harz.
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Monoterpene (Pinen), Proteine, Kohlenhydrate.
Wirkungen: Adstringierend, desinfizierend, granulationsfördernd. Studiendaten zeigen, dass die Myrrhe schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.[2] Die traditionelle Anwendung von Myrrhe erfolgt bei der Behandlung verschiedener Krankheiten die mit entzündlich bedingten Schmerzen verbunden sind.
Anwendungsgebiete: Schleimhautentzündungen.
Nebenwirkungen: Bei ordnungsgemäßer Anwendung keine bekannt.


Räuchern mit dem Harz der Myrrhe



Steckbrief Kaffeestrauch (Coffea arabica L.)
Medizinisch verwendeter Teil: Kaffeekohle (Coffeae carbo). Die Kaffeekohle wird durch stärkeres Rösten der trockenen Bohnen bis zur Verkohlung der äußeren Samenpartien und anschließender Vermahlung gewonnen.
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Inhaltsstoffe: Kaffeekohle enthält Koffein und Chlorogensäure.
Wirkungen: Adstringierend, adsorbierend.
Anwendungsgebiete: Darmerkrankungen, Schleimhautentzündungen.
Nebenwirkungen: Keine.
Wechselwirkungen: Die Adsorbtionsfähigkeit der Kaffeekohle kann die Aufnahme anderer gleichzeitig eingenommener Medikamente beeinflussen.

Römische Kamille (Chamaemelum nobile) Blattgold Dr.Becker ®


Steckbrief Kamille (Matricaria chamomilla/ Chamaemelum nobile)
Medizinisch verwendeter Teil: Kamillenblüten (Matricariae flos)
Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, mit den Hauptbestandteilen Bisaboloxide, Matricin und Flavonderivate.
Wirkungen: Entzündungshemmend und krampflösend.
Anwendungsgebiete: Entzündliche Darmerkrankungen, Schleimhautentzündungen, Katharrhe der Atemwege.
Nebenwirkungen: Da die Kamille heutzutage praktisch ausschließlich aus Kulturen stammt, sind Verunreinigungen durch die Hundskamille (Anthemis cotula), die ein stark allergenes Potenzial besitzt, kaum mehr möglich und somit ist die Auslösung von Allergien selten geworden.
Mehr zur Kamille unter Link zu dem Artikel: Ätherisches Öl der Kamille


Quellen:
[1] Langhorst J, Varnhagen I, Schneider B et al. Ergebnisse einer 12.monatigen, randomisierten , prospektiv, doppel-blind, doppel-dummy, aktiv-kontrollerten Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit eines Phytotherapeutikums aus Myrrhe, Kamille und kaffeekohle im Vergleich zu mesalazin in der klinischen Remissionserhaltung von Patienten mit Colitis ulcerosa. Z GASTROENTEROL (2011); 8: 1077, P 90.
[2] Su S, Wang T, Duan JA, Zhou W, Hua YQ, Tang YP, Yu L, Qian DW. Anti-inflammatory and analgesic activity of different extracts of Commiphora myrrha. J Ethnopharmacol. 2011 Mar 24;134(2):251-8. Epub 2010 Dec 15.

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