Donnerstag, 18. Oktober 2012

Husten und Erkältung pflanzlich stoppen

Die Grippewelle ist wie jedes Jahr im Herbst und Winter wieder mal am rollen. Die Aromatherapie kennt zahlreiche ätherische Öle gegen Erkältung. Selbst in herkömmlichen Ingwer-Zitrone Tee sind ätherische Öle enthalten. Es handelt sich dabei also um kein Hexenwerk und man braucht keine Scheu vor der Anwendung ätherischer Öle haben. Sie kommen in zahlreichen Arzneipflanzen als wirksame Bestandteile vor.





Herstellen einer Ölmischung gegen Husten und Erkältung Blattgold Dr.Becker ®


Große Bandbreite an Heilpflanzen bei Erkältung
Für eine Therapie die den Husten lindert, den Schleim löst und die Bronchien entspannt sind Heilpflanzen und ätherische Öle eine wirksame Alternative zu chemischen Mitteln. Die Bandbreite von Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten ist riesig. Um sich einen Eindruck zu verschafften, können Fotos von einigen beispielhaften Heilpflanzen bei Erkältung und Husten unter dem Link Erkältungskrankheiten angeschaut werden.

Definition Husten
Husten ist ein plötzlicher Atemstoß durch die Stimmritze. Husten kann durch entzündliche, chemische, physikalische oder mechanische Reizungen der Schleimhaut der oberen und unteren Atemwege ausgelöst werden. Hustenrezeptoren befinden sich ebenso in den Nasennebenhöhlen, im Mittelohr und in der Speiseröhre. Von einem akuten Husten wird laut Definition der WHO gesprochen, wenn der Husten nicht länger als drei Wochen besteht.[1]

Therapieziel bei Husten
Bei Husten und Erkältung ist die schnelle Linderung der Beschwerden ein wichtiges Therapieziel. Es eignen sich den Husten reduzierende, schleimlösende und die Bronchien beruhigende und entspannende Heilpflanzen sowie deren ätherische Öle. Heilpflanzen und deren ätherische Öle können die Anzahl der Hustenanfälle reduzieren, die Verschleimung in den Bronchien lösen und die erschwerte Atmung befreien.

Stand der Wissenschaft
Bevor meine Ölmischung vorgestellt wird möchte ich aufzeigen was bei Husten derzeit „State of the Art“ ist, also der „Stand der Wissenschaft“ basierend auf gesicherten Erkenntnissen von Wissenschaft und Forschung. Zur Erklärung des Begriffes Leitlinie und leitliniengerecht: Medizinische Leitlinien werden von Experten entwickelt, um die Entscheidungen von Ärzten über angemessene Therapien zu stützen. Leitlinien werden in drei Entwicklungsstufen von S1 bis S3 entwickelt und klassifiziert, wobei S3 die höchste Qualitätsstufe besitzt.


Efeu (Hedera helix) Blattgold Dr.Becker ®

Bronchipret bei Erkältung
Das rein pflanzliche Heilmittel Bronchipret wurde in die S3-Husten Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (Lungenkrankheiten) (DGP) aufgenommen, weil es sich in Studien als besonders wirksam bei der Behandlung eines akuten Hustens und gleichzeitig nebenwirkungsarm gezeigt hat.[2] Bronchipret ist entweder als Saft mit Extrakten aus Thymian und Efeu oder als Filmtablette mit Trockenextrakt aus Thymian und Primel freiverkäuflich erhältlich. Die Heilpflanzen Thymian und Efeu bzw. Thymian und Primel ergänzen sich in ihren antientzündlichen, sekretnormalisierenden und die Bronchien entspannenden sowie antimikrobiellen Eigenschaften.

Rezepte:
Thymian-Bad (als Inhalat bei krampfartigem Husten): 100g Thymiankraut wird mit 1liter kochendem Wasser über gossen. 15-20 Minuten ziehen lassen, abseihen und dem Vollbad zusetzen.

Thymian-Tee (bei Bronchitis):
1 gehäufter Teelöffel Thymian mit ¼ liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen, mit Honig süßen, schluckweise trinken. 3 Tassen täglich.

In dem Video sind das blühende Thymiankraut, das ätherische Öl und die Zubereitung eines Hustentees aus Thymiankraut zu sehen und es wird angesprochen wobei Thymian hilft.



Echter Thymian (Thymus vulgaris) Blattgold Dr.Becker ®

Sand-Thymian (Thymus serpyllum) Blattgold Dr.Becker ®
Myrtol bei Erkältung
Auch für die Wirkung anderer Präparate auf pflanzlicher Basis (Phytotherapeutika) gibt es in kleinen Studien vereinzelt positive Resultate. Für Myrtol wurde ein günstiger Effekt in Hinblick auf Symptomlinderung und Genesungsdauer bei akuter Bronchitis beschrieben (Matthys et al. 2000). Als Myrtol wird teilweise das ätherischenÖl der Myrte (Myrtus communis) bezeichnet. Myrti aetheroleum, das aus den Blättern und Zweigspitzen gewonnene Myrten-Blätteröl, setzt sich zusammen aus Cineol (12-45%), α-Pinen (15-38%), Myrtenol (bis5%), Myrtenylacetat (4-20%) sowie Limonen (2-19%).[3] In Hustenmitteln befindet sich teilweise ein künstliches, dem echten ätherischen Öl der Myrthe nachgeahmtes Gemisch, das als Myrtol bezeichnet wird und mindestens 25 % Limonen, 25 % Cineol und 6,7 Prozent α-Pinen enthalten. Dieses als Myrthol bezeichnete Stoffgemisch hat die CAS-Nr. 8002-55-9.[4] Im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit zur Nasennebenhöhlenentzündung wurde in einer Studie zu Myrtol die Überlegenheit gegenüber Placebo, jedoch nicht gegenüber anderen ätherischen Ölen gezeigt.[5]

Cineol als Schleimlöser bei chronisch-obstruktiver Bronchitis
Für Cineol wurde in einer kontrollierten randomisierten Doppelblind-Studie an Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis nachgewiesen, dass der Wirkstoff neben einer schleimlösenden auch eine relevante antiobstruktive, d.h. die Atemwege erweiternde, Wirkung besitzt (Wittmann et al. 1998). Cineol kommt in größeren Mengen in Eukalyptus (ätherisches Öl von Eukalyptus enthält ungefähr 85 % Cineol) und Lorbeer vor. Cineol ist ebenfalls in ätherischem Öl der Minze, Salbei, Thymian, Basilikum und Teebaum vorhanden.[6]

Purpur Eukalyptus (Eucalyptus ficifolia) Blattgold Dr.Becker ®
GeloMyrtol
GeloMyrtol forte ist ein pflanzliches Arzneimittel zur Schleimlösung in den Atemwegen zur Schleimlösung und Erleichterung des Abhustens bei akuter und chronischer Bronchitis und gleichzeitig zur Schleimlösung bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Der wirksame Bestandteil der Weichkapseln besteht aus einer Mischung von ätherischen Ölen von Eukalyptus, Süßorange, Myrte und Zitrone im Verhältnis 66:32:1:1.[7]


Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) Blattgold Dr.Becker ®

Nicht ausreichend erforschte Heiplfanzen gegen Husten
Weitere pflanzliche Präparate, wie zum Beispiel Thymian oder Efeu, scheinen auch schleimlösend zu wirken, ihre Wirkung ist allerdings noch nicht durch klinische Studien ausreichend belegt.[8] Echinazinpräparate aus Sonnenhut (Echinacea purpurea) haben in mehreren randomisierten kontrollierten Studien sowohl bei der Vorbeugung als auch zur Behandlung von Erkältungen einen Vorteil gegenüber Placebo-Präparaten gezeigt. Gute Resultate wurden bei der frühzeitigen Behandlung von Erkältungskrankheiten in Bezug auf die Zeitdauer bis zur Besserung der Symptomatik und der Erkrankungsdauer erzielt. Einleitend sollte eine hochdosierte Stoßbehandlung für 1-2 Tage erfolgen und die weitere Behandlung mit einer „Erhaltungsdosis“ für 7-10 Tagefortgeführt werden.[9] Das Risiko von Nebenwirkungen wie z.B. Allergien ist bei innerlicher Einnahme sehr gering. Es sind jedoch noch Studien insbesondere zur Dosis und Qualität des Wirkstoffs notwendig, bevor Echinacin aus Sonnenhut zur Prävention oder Therapie des grippalen Infekts leitliniengerecht empfohlen werden kann. Zusammenfassend ist über pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) zu sagen, dass Meta-Analysen zum Effekt der Phytopharmaka erforderlich sind, um sichere Therapieempfehlungen geben zu können.

Video Heilpflanze Pfefferminze: 



Anwendung von ätherischen Ölen bei Husten
Mit ätherischen Öl-Präparaten können Inhalationen, Einreibungen sowie Erkältungsbäder durchgeführt werden.
Inhalation: In eine Schüssel wird dampfendes, heißes Wasser gegeben. Drei Tropfen z.B. ätherisches Eukalyptusöl oder 10 Tropfen meiner weiter untern vorgestellten Ölmischung „Freiheit“ werden ebenfalls in das dampfende Wasser getropft und unter einem großen Handtuch eingeatmet.
Erkältungsbad: Wenn kein Fieber besteht, kann ein heißes Erkältungsbad mit ätherischem Öl genommen werden. Für ein Vollbad benötigt man je nach ätherischem Öl ca. 20 Tropfen und 3 ml fettes Öl z.B. Sonnenblumenöl aus dem Küchenschrank. Bei meiner fertigen Ölmischung „Freiheit“ werden 2-3 ml für ein Erkältungsbad benötigt. Ausserdem braucht man noch einen Teelöffel voll Dosenmilch oder 3 EL Vollmilch, als Emulgator und verrührt die Ölmischung damit. Der Emulgator ist wichtig, damit sich die Öltropfen im Badewasser fein verteilen können und sich kein Ölfilm auf der Wasseroberfläche bildet. Die ätherischen Öle im Badezusatz werden durch die Poren der Haut und durch Inhalation aufgenommen. Nach dem Baden, am besten mit ansteigender Temperatur, ist es ratsam sich ins Bett zu legen und zu schwitzen. Der Körper ist durch das temperaturansteigende Bad erhitzt und man hat ein künstliches Fieber erzeugt, wodurch das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet. Auf diese Weise kann es gelingen eine Erkältung im Anfangsstadium einzudämmen.
Einreibung: Bis auf wenige Ausnahmen sind ätherische Öle immer verdünnt auf die Haut aufzutragen. Bei einigen ätherische Ölen z.B. Pfefferminze reicht eine 1-2%ige Verdünnung mit fettem Öl aus, weil es einen stark kühlenden Effekt auf der Haut hat. Andere ätherische Öle, z.B. Nadelöle, werden in 20%iger Verdünnung eingerieben. Bei Husten und Erkältung werden ätherische Öle entweder auf die Brust oder den Rücken eingerieben, dadurch werden sie hauptsächlich durch Mund und Nase inhaliert und teils über die Haut aufgenommen.

Nahrungsergänzungsmittel bei Husten
Verwendet werden Vitamin-C-reiche Früchte z.B. alle Zitrusfrüchte. Auch Sanddornfrüchte sind reich an Vitamin C und werden traditionell als aromatische Zutat in Kräuter- und Früchtetees bei Erkältungskrankheiten verwendet. Die Kerne und das Fruchtfleich des Sanddorn werden zur Gewinnung von hochwertigem Sanddornöl für Pflegeprodukte bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis verwendet und sind ein wertvolles Nahrungsergänzungsmittel




Allgemeine Maßnahmen bei Erkältung
Viel trinken, am besten heißen Erkältungstee aus Kräutern, körperliche Schonung, bei Fieber Bettruhe, viel Schlaf und frische Luft. Zur Lufterfrischung wird einmal täglich gut gelüftet, um die verbrauchte und keimbelastete Luft auszutauschen. Als weitere Maßnahme können ätherische Öle auf Duftsteinen oder in der Duftlampe behilflich sein, um die Luft zu klären. Schöne Duftsteine kann man selber machen (siehe Link Artikel Duftsteine aus Ton). 

Ölmischung für die Duftlampe oder Duftstein bei Erkältung  Blattgold Dr.Becker ®


Duftstein Fossil Energiespirale Blattgold Dr.Becker ®

Duftstein Rose Blattgold Dr.Becker ®





[1] DEGAM Leitlinie Akuter Husten 11.
[2] Information von Bionorica. www.bionorica.de
[3] Hiller, Melzig. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Spektrum Verlag 2003 S.91
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Myrtol
[5] R. Guo, PH. Canter, E. Ernst: Herbal medicines for the treatment of rhinosinusitis: a systematic review. In: Otolaryngol Head Neck Surg. 2006 Oct.; 135 (4), S. 496–506.
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/1,8-Cineol
[7] http://www.gelomyrtol-forte.de/media//gelomyrtol/_downloads/gi-gf-index-10.pdf
[8] DEGAM Leitlinie Akuter Husten 11.
[9] Henneicke von Zepelin et al. 1997; Hoheisel et al. 1997.

Kommentare:

  1. Liebe Michaela,
    irgendwie habe ich deinen Hexenkräuterpost verpasst. Da hatte ich heute richtig viel zu lesen bei dir :-) Tolle interessante Informationen wieder. Mein Kleiner (8 Mon.)
    hatte jetzt dollen Husten. Da habe ich im Wohnzimmer eine Schüssel mit sehr starken
    Thymianaufguß hingestellt. Die Dämpfe scheinen
    ihm gut geholfen zu haben.
    Viele liebe Grüße Urte

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  2. Thymianaufguss klingt sehr gut. Das werde ich mir merken. Befeuchtet die Raumluft und die ätherischen Öle verteilen sich auf sanfte, nicht zu hoch dosierte Art und Weise. Meine Kleine (5 Monate) hatte grade ihren ersten Schnupfen und half Majoranöl gut.

    Liebe Grüße,
    Michaela

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  3. Michaela,

    ich stöbere hier auch des öfteren rum. Toll, wie du im Einzelnen die Pflanzen, die Öle und deren Heilwirkungen beschreibst. Klasse.
    LG Heidi

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