Mittwoch, 29. Februar 2012

Der Apfel - ein Nutriceutical?

Apfel (Malus sylvestris var. domestica)
Apfel - Malus domestica

Der Apfel gehört zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae). Die ursprüngliche Heimat des Kulturapfels liegt möglicherweise in Asien. Wie und wann er nach Mitteleuropa gelangte, ist nicht bekannt. Die wahrscheinlichste Verbreitungsmöglichkeit sind Handelswege, da der Apfel seit früher Zeit als lebensverlängerndes Heilmittel galt.[1] 

Das komplexe Aroma des Apfels setzt sich aus zahlreichen Stoffen zusammen. In der Zusammensetzung der Aromastoffe des Apfels gibt es große sortenbedingte Unterschiede. Im Wesentlichen sind Ester, Aldehyde und Alkohole am Apfelaroma beteiligt. Wichtige Inhaltsstoffe des Apfels sind Pektin, Zellulose, Gerbsäuren, Kalium. 

Jede Urgroßmutter wusste um die heilende Wirkung des geriebenen Apfels bei Durchfall, die auf das reichlich vorhandene Pektin zurückgeführt wird. Apfelpektin ist ein Ballaststoff, der eine besonders hohe Wasserbindungskapazität besitzt. Im erkrankten Darm bindet Pektin überschüssiges Wasser sowie Giftstoffe und verhindert das anhaften von krankheitserregenden Bakterien an die Darmwand. Gerbsäuren hemmen ebenfalls das Bakterien- und Virenwachstum.[2]
 
Die cholesterinsenkenden Eigenschaften des Apfelpektins wurden bei Personen mit mild erhöhtem Cholesterinspiegel im Blut untersucht. Apfelpektin erwies sich als wirksam bei der Cholesterinsenkung. [3] Die hypocholesterinämische Aktivität und mögliche Vorteile des Konsums von Ballaststoffen und Apfelpektin sind mehrfach untersucht und bestätigt worden.[4]
Der Apfel ist ein wunderbares Heilmittel aus Urgroßmutters Schatzkiste und dabei frei von Unerwünschten Nebenwirkungen. Auch für gesunde Kinder hat der Apfel zahlreiche positive Wirkungen. Er enthält reichlich Vitamine und Mineralstoffe und hat gleichzeitig wenig Kalorien. Inhaltststoffe wie Flavonoide schützen vor freien Radikalen. Eine alte Weisheit aus England sagt: „One apple a day keeps the doctor away!“( Iss täglich einen Apfel und du bleibst gesund)[5]

 
Kaiser Alexander

Natürliche Arzneimittel werden seit Jahrtausenden zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten verwendet. Nach einer Phase der Schwemme industriell gefertigter Lebensmittel gibt es derzeit ein Wiederaufleben des Interesses an natürlichen Produkten in der breiten Öffentlichkeit und der Einsatz der komplementären und alternativen Medizin steigt in den entwickelten Ländern rapide an. Dies bleibt von der Industrie nicht unbemerkt und sie ist derzeit darum bemüht dieses Umdenken zu ihrem Vorteil zu nutzen. Es ist eine neue Untergruppe von Lebensmitteln kreiert worden. Wegen der natürlichen bioaktiven Verbindungen in frischem Obst, welche eine Brücke zwischen Lebensmitteln und Medikamenten zu schlagen scheinen, werden diese Lebensmittel als Nutrizeutika/Nutriceuticals oder funktionelle Lebensmittel bezeichnet und vermarktet. 
Im Gegensatz zu den meisten handelsüblichen medizinischen Verbindungen werden Nutraceuticals im Allgemeinen zur Vorbeugung und Verhindern und nicht zur Behandlung von Krankheiten angepriesen und verwendet. Wegen der nahrhaften und nährenden Bestandteile ist der ganze Apfel, mit Fruchtfleisch, Schale und Kernen, ein Ausgangsmaterial für moderne Nutriceuticals. Um die in der Werbung versprochene Wirkung der Nutriceuticals auf ein wissenschaftliches Fundament zu stellen, fliessen finanzielle Hilfen von der Industrie in die Erforschung von Lebensmitteln wie z.B. dem Apfel. Dabei konnten interessante Entdeckungen gemacht werden. Insbesondere die Verwendung von Pflanzen bei einer Reihe von Magen-Darm-Erkrankungen. Es wurden wissenschaftliche Nachweise für die Verwendung zur Vorbeugung und beschleunigten Heilung von Magen-Darm-Schleimhaut-Schäden durch Polyphenol-Extrakte aus Äpfeln gewonnen.[6]
Es gibt inzwischen wissenschaftliche Beweise, dass eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist, Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs bietet, was zum Teil auf sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane, eine bunte Gruppe der Flavonoide, zurückzuführen ist

Smoothies

Da in der heutigen Zeit Kinder und Jugendliche viele Fertigprodukte konsumieren und nicht die empfohlenen Mengen an Obst und Gemüse essen, bietet die Lebensmittelindustrie Nutriceuticals als einen möglichen Weg der Aufnahme von Früchten und vor allem als Quelle von Anthocyanen an. 

Eine Form der Aufnahme ist die in der Form von Smoothies.[7] Smoothies (engl.: smooth = „fein, gleichmäßig, cremig“) sind so genannte Ganzfruchtgetränke. Sie werden zunehmend als Convenience-Produkte verkauft. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fruchtsäften wird bei Smoothies die ganze Frucht bis auf die Schale und Kerne verarbeitet. Basis der Smoothies ist somit das Fruchtmark oder Fruchtpüree, das je nach Rezept mit Säften gemischt wird, um eine cremige und sämige Konsistenz zu erhalten.[8] Das macht es leichter die empfohlene Menge Obst täglich zu sich zu nehmen, da das Obst nicht gekaut werden muss…

Reinette

Ziel zahlreicher, gesponsorter Studien war es die antioxidative Wirkung des Apfels zu belegen. Das antioxidative Potential von Apfelschalen und Samen, die in der Industrie sonst Abfälle bilden, wurde bewertet und mit dem Apfelfruchtfleisch verglichen. Im Endergebnis besitzen die Kerne des Apfels der analysierten Apfelsorten eine deutlich höhere antioxidative Kapazität und höhere Konzentrationen an Polyphenolen, verglichen mit ihrer Schale und dem Fruchtfleisch des Apfels. Mit Bezug auf die Mineralienanalyse zeigen Fruchtfleisch und Schale des Apfels hohe Menge an Vitamin K und kleine Mengen an Magnesium, Calcium, Eisen, Natrium und Zink. Die Ergebnisse der Studien offenbaren, dass die Schalen von Äpfeln mehr antioxidative Kapazität und eine höhere Mineralienkonzentration als das Fruchtfleisch haben. Die Apfelschale enthält zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, von denen viele eine gewisse Bioaktivität zeigen.[9] Deshalb wird daraus logisch abgeleitet, dass der Konsum des Fruchtmarks zusammen mit der Schale zum erzielen von Ernährungsvorteilen empfohlen werden kann.[10] Der ganze Apfel zusammen mit Apfelkernen- und Schale (Obst-Industrie Abfälle) sind als eine wertvolle Quelle für Polyphenole und Antioxidantien anzusehen.[11]
Die moderne Ernährungswissenschaft lehrt uns gesunde Nahrung lediglich nach der Menge an vorhandenen Vitaminen, Spurenelementen, Fetten, Eisen und Kohlenhydraten zu messen. Seit neuestem wird sie auch nach dem Ausmaß der Bindungsfähigkeit für freie Radikale beurteilt.[12] 




Beim Beissen in einen frischen Apfel werden auch Gefühlsqualitäten und Sinneswahrnehmungen wie Schmecken, Riechen, Sehen und Hören stimuliert und steuern Emotionen und Organfunktionen. Die Pflanzen als Nahrungsmittel können jedoch nur bedingt naturwissenschaftlich erklärt werden, es gibt noch subtilere Qualitäten als Nährwerte.[13]


 

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturapfel
[2] Bühring, Ell-Beiser, Girsch. Heilpflanzen in der Kinderheilkunde – Das Praxis-Lehrbuch. Sonntag-Verlag, 2008. 1. Auflage. S.129
[3] Brouns F, Theuwissen E, Adam A, Bell M, Berger A, Mensink RP. Cholesterol-lowering properties of different pectin types in mildly hyper-cholesterolemic men and women. Eur J Clin Nutr. 2011 Dec 21. doi: 10.1038/ejcn.2011.208. [Epub ahead of print]
[4] Sirtori CR, Triolo M, Bosisio R, Bondioli A, Calabresi L, De Vergori V, Gomaraschi M, Mombelli G, Pazzucconi F, Zacherl C, Arnoldi A. Hypocholesterolaemic effects of lupin protein and pea protein/fibre combinations in moderately hypercholesterolaemic individuals. Br J Nutr. 2011 Oct 28:1-8. 
[5] Bühring, Ell-Beiser, Girsch. Heilpflanzen in der Kinderheilkunde – Das Praxis-Lehrbuch. Sonntag-Verlag, 2008. 1. Auflage. S.130
[6] Romano M, Vitaglione P, Sellitto S, D'Argenio G. Nutraceuticals for protection and healing of gastrointestinal mucosa. Curr Med Chem. 2012 Jan 1;19(1):109-17.
[7] Drossard C, Fröhling B, Bolzenius K, Dietrich H, Kunz C, Kersting M. Liking of anthocyanin-rich juices by children and adolescents. Appetite. 2012 Jan 9;58(2):623-628. [Epub ahead of print]
[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Smoothies
[9] McGhie TK, Hudault S, Lunken RC, Christeller JT. Apple Peels, from Seven Cultivars, Have Lipase-Inhibitory Activity and Contain Numerous Ursenoic Acids As Identified by LC-ESI-QTOF-HRMS. J Agric Food Chem. 2012 Jan 11;60(1):482-91. Epub 2011 Dec 23.
[10] Manzoor M, Anwar F, Saari N, Ashraf M. Variations of Antioxidant Characteristics and Mineral Contents in Pulp and Peel of Different Apple (Malus domestica Borkh.) Cultivars from Pakistan. Molecules. 2012 Jan 4;17(1):390-407.
[11] Duda-Chodak A, Tarko T, Tuszyński T. Antioxidant activity of apples - an impact of maturity stage and fruit part. Acta Sci Pol Technol Aliment. 2011 Oct 1;10(4):443-54.
[12] Dr. Karin Pirc, Wilhelm Kempe. Kochen nach Ayurveda – Köstliche Küche für ein langes Leben. Bassermann- Verlag. S.30.

Nelke in der Volksheilkunde Norddeutschlands

Das ätherische Öl der Nelke wird heutzutage weitestgehend nur in der Zahnheilkunde und in Mundwässern eingesetzt. Es sind jedoch auch andere, volksheilkundliche Anwendungen für Nelke bekannt, die sehr plausibel erscheinen, wenn man neuere Forschungsergebnisse hinzuzieht.

In der (Gewürz-) Nelke (Caryophylli flos) sind 16-21% ätherisches Öl enthalten. In der modernen westlichen Medizin wird das ätherische Öl (Caryophylli ätheroleum) der Nelke, das antimikrobielle, krampflösende und lokal schmerzstillende Eigenschaften aufweist, nur auf wenige Anwendungsgebiete beschränkt angewendet.

Der Gewürznelkenbaum [ (Latein: Syzygium aromaticum (Linn.), Englisch: cloves, Sanskrit: lavangam, devkusumam, Hindi: Lavamg, laumg)][1] wächst in den tropischen Regionen Indiens und Sri Lankas. Nelke ist ein bekanntes Gewürz. Sie wurde schon früh in der Ayurvedischen und der Chinesischen Medizin verwendet.

Originalquellen belegen, dass schon seit 1579 im norddeutschen Mecklenburg Nelke als pflanzliches Heilmittel bekannt gewesen ist.

BESLER, ein Arzt, der in der frühen Neuzeit in Rostock wirkte, schrieb im  Jahr 1579 in seinem Vademecum nieder für welche Anwendungsgebiete von ihm Nelke verwendet wurde. Besler bezeichnete Nelken in seinem mecklenburgischen Dialekt als „Nelckenn“.[2] Die „Nelckenn“, wie der Arzt Besler sie nannte, verschrieb er gegen unterschieliche Krankheitsymptome und verwendete Nelke in neun verschiedenen Rezepten.

Ein gut pflaster vonn wurtzeln gemacht das heupt zu sterckenn/ vor herzbrochenn/ mattigkeit vund schwindel.

Ein gut pulver vor vielerleij kranckheitenn/ es wermet denn magen/ macht gutte dauung.

Eine artzneij wen die kinder sehr husten.

Ein wolriechent wasser zumachenn das hertz zu stercken das man die bols adern mit streicht.

Ein gut pflaster vonn wurtzeln gemacht das heupt zu sterckenn/ vor herzbrochenn/ mattigkeit vund schwindel.

Vor denn schluckenn.

Wenn ein weib böse unrechte wehn hat/ und die zeit ihrer geburt nicht vorhanden. 
Ein pulver zum halse wen er löcher hat.

Vor denn stinnckenden athem oder zeene.


In Anlehnung an die Gliederung der Anwendungsgebiete gemäß Monographien der Kommission E [3] für „Nelckenn“ waren die Anwendungsgebiete der Nelke bei Besler (1579):
-Erkrankungen und Funktionsstörungen des Gastrointestinaltraktes und seiner Anhangdrüsen.
- Atemwegserkrankungen.
- Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs.
- Nervensystem.
- Gynäkologika.
- Erkrankungen des Nasen-Rachenraums, Mund- und Halstherapeutika.

Durch die Gliederung der Anwendungsgebiete in Gruppen ist nachzuvollziehen welche Wirkungen der Nelke damals in Norddeutschland bekannt waren.

Anhand von schriftlichen Originaltexten lässt sich die Entwicklung des Heilpflanzenangebotes der Apotheken in Rostock im 17. und 18. Jahrhundert verfolgen.

In Rostocks Apotheken wurde die (Gewürz-) Nelke 1659  in der Sektion Gewürze (Aromatibus) unter dem volkstümlichen Namen „Negelein“ und der lateinischen Bezeichnung „Cariophyllorum“ geführt.[4]

1706 wurde Nelke als Semina (Samen) in dem Medikamentenkaltalog der Rats-Apotheke der Stadt Rostock unter der Bezeichnung „Caryophillor. Hortens“[5] aufgeführt. Der Medikamentenkatalog wurde vom gesamten medizinischen Kollegium (Collegii Medici) der rostocker Medicinischen Facultät sowie dem Raths Apotheker verabschiedet.

Im Jahr 1737 wurde Nelke (Caryophylli flos) in Apotheken in Rostock[6] in der der Sektion Cortices (Rinde) unter der Bezeichnung „Cassiae Caryophyll“ in der Apotheke gelistet.

Neueste Forschungsergebnisse und der Vergleich mit der traditionellen Ayurvedischen Medizin[7] bestätigen die Plausibilität der von dem rostocker Arzt Besler im Jahr 1579 beschriebenen Rezepte.


Nelke als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Gastrointestinaltraktes und seiner Anhangdrüsen
Volkstümliches Rezept von 1579:

Ein gut pulver vor vielerleij kranckheitenn/ es wermet denn magen/ macht gutte dauung.

Nelke als Magenschutz
Ätherisches Öl der Nelke und Eugenol sind in der Lage eine deutliche Verbesserung der Magenschleimproduktion hervorzurufen. Die Ergebnisse einer Studie zeigten, dass durch ätherisches Öl der Nelke und Eugenol ein Magenschutz induziert wird. Es wurden keine Zeichen von akuter Toxizität (Giftigkeit) beobachtet. Als Fazit stellt diese Studie dar, dass ätherisches Öl der Nelke, sowie seine Hauptkomponente Eugenol, eine Schutzwirkung gegen die Bildung von Magengeschwüren besitzen. Die Daten legen nahe, dass die Wirksamkeit des ätherischen Öls der Nelke und Eugenol auf seiner Fähigkeit zur Stimulation der Synthese von Schleim beruht, einem wichtigen magenschützenden Faktor.[8]

Nelke gegen Diabetes
Die blutzuckersenkende Wirkung von Nelke (Syzygium aromaticum Blütenknospen) bei diabetischen Mäusen wurde im Oktober 2011 im Journal of Natural Medicines vorgestellt. Ein ethanolischer Auszug der Nelke (Syzygium aromaticum Blütenknospen) unterdrückt einen Anstieg des Blutzuckerspiegels bei Typ-2 Diabetiker-Mäusen. Diese Ergebnisse zeigen, dass Nelke das Potenzial als funktioneller Wirkstoff zur Prävention des Typ 2 Diabetes hat, was hauptsächlich an seiner seiner blutzuckersenkenden Wirkung liegt.[9]

In der indischen Gesundheitslehre, dem Ayurveda, ist die Anwendung der Nelke auf die Verdauungsorgane bekannt bei: Verschleimung im Mund, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Blähungen, Koliken, Übersäuerung, Durst (besonders bei Diabetes mellitus), Völlegefühl. Bei Appetitmangel: 1 TL Nelckenstücke in ¼ Wasser abkochen.


Nelke als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen
Volkstümliches Rezept von 1579:

Eine artzneij wen die kinder sehr husten. Seite 101b, Gruppe 2


Besler empfahl für die Kinder Bratäpfel zu machen, die mit einem Pulver aus gestossener Nelke gewürzt waren und aus den mit Nelke gewürzten Bratäpfeln ein Apfelmus zu machen.  Die Apfelblüte sollte dafür wie ein Zapfen ausgeschnitten werden und eine Messerspitze gestossene Nelke in den Apfel hineingegeben werden. Daraufhin war der Apfel mit dem ausgestochenen Zapfen wieder zu verschliessen und im Ofen zu braten. Die erkalteten Bratäpfel wurden den Kindern wie ein Brei gegeben, jeweils morgens und abends. Das könne man alle Tage, so lange es nötig sei, mit einpaar Äpfeln tun und es sei gut gegen fest sitzenden Husten.

In der indischen Gesundheitslehre, dem Ayurveda, ist die Anwendung der Nelke auf die Atemorgane bekannt: Auswurffördernd und schleimbildend bei Husten, Asthma bronchiale, Halsentzündung. Bei Erkältung: 1 TL Nelckenstücke in ¼ Wasser abkochen. Husten, Bronchitis, Schluckauf: ½ TL Nelckenpulver mit Honig einnehmen.


Nelke als pflanzliches Mittel mit Wirkung auf das Nervensystem 
Volkstümliches Rezept von 1579:

Ein gut pflaster vonn wurtzeln gemacht das heupt zu sterckenn/ vor herzbrochenn/ mattigkeit vund schwindel. (Seite 55b, Gruppe 6)

Vor den schluckenn.(Schluckauf) (Seite 98a, Gruppe 6, Seite 64b, Gruppe 6)


Nelke zur Lokalanästhesie
Ethanol-Extrakte der Nelk (Syzygium aromaticum, Blütenknospen) wurden auf schmerzlinderne und entzündungshemmende Effekte bei Mäusen und Ratten getestet. Die Extrakte führten zu positiven Ergebnissen. Das Ergebnis unterstützt die lokale Verwendung der Nelke bei schmerzhaften und entzündlichen Erkrankungen.[10]

Für die örtlich betäutbende Wirkung der Nelke ist beta-Caryophyllen verantwortlich.
Beta-Caryophyllen, einer der Hauptbestandteile des ätherischen Öls der Nelke aus den getrockneten Blütenknospen.[11]

Nelke als Aphrodisiakum
Muskatnuss (Myristica fragrans) und Nelke (Syzygium aromaticum) wirken auf das Nervensystem wie ein Aphrodisiakum. Um zu erforschen wie die sexuelle Funktion durch Muskatnuss und Nelke verbessert wird, wurde eine experimentelle Studie mit normalen männlichen Mäusen durchgeführt. Die Extrakte (50% ethanolisch) von Muskatnuss und Nelke wurden an verschiedene Gruppen von männlichen Mäusen verabreicht. Das Paarungsverhalten wurde ermittelt und verglichen. Die Extrakte der Muskatnuss und Nelke waren dazu geeignet das Paarungsverhalten von männlichen Mäusen zu stimulieren und es kam zu einer Erhöhung des Paarungsverhaltens. Die beiden Heilpflanzen zeigten keine auffälligen Nebenwirkungen. Die Extrakte von Muskat und Nelke verstärketen die sexuelle Aktivität von männlichen Mäusen.[12]

In der indischen Gesundheitslehre, dem Ayurveda, ist die
Anwendung der Nelke auf das Nervensystem bekannt bei:
Kopfschmerzen, Neuralgie (ätherisches Öl der Nelke
äusserlich aufgetragen); Gedächtnisschwäche.
Muskel-Skelett-System: Arthrose, Rückenschmerzen,
Ischialgie, Muskelkrämpfe (externe Anwendung Nelkenöl)


Nelke als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Erkrankungen des Nasen-Rachenraums, Mund- und Halstherapeutika 
Volkstümliches Rezept von 1579:

Ein pulver zum halse wen er löcher hat. (Seite 61a, Gruppe 14)

Vor denn stinnckenden athem oder zeene. (Seite 61a, Gruppe 14)

Nelke gegen Karies
Drei tropische Pflanzen wurden auf ihr antikariogenes Potenzial hin untersucht, nämlich Nelke (S. aromaticum), Tabak (Nicotiana-Arten) und bittere Kola (Garcinia Kola). Streptococcus mutans (S. mutans) ist ein kariesverursachendes Bakterium (gram-positiv, fakultativ anaerob), das sich im Zahnbelag befindet zur Karies (Zahnfäule) führt. Tabakblätter, Nelke und bittere Kola wurden zu Pulver gemahlen und mit drei verschiedenen Lösungsmitteln (n-Hexan, warmes Wasser und Ethanol) extrahiert, filtriert, getrocknet und in sauberen Behältnissen gelagert. Für das Hexan-Extrakt der Nelke konnte die stärkste wachstumshemmende Aktivität gegen die Karieserreger (S. mutans) nachgewiesen werden. Der Extrakt der Nelke gilt daher fortan als potenzieller Wirkstoff in Zahnpasta.[13]

Nelke bei Parodontits
In einer Placebo-kontrollierten Studie über die Auswirkungen einer pflanzlichen Zahnpasta auf Zahnfleischbluten und Mundhygiene wurde eine traditionelle Kräuterzahnpaste mit einer herkömmlichen Zahnpasta (Placebo) verglichen. Verschiedene Systeme der traditionellen Medizin des indischen Subkontinents empfehlen einzeln oder in Kombinationen verschiedene Heilpflanzen, um Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches zu heilen.
Um die Vorteile bei der orale Hygiene und gesundheitlichen Vorteile von einer Kräutermischung gegenüber Zahnpasta zu untersuchen wurde eine Kräuter-Zahnpasta (Sudantha) aus folgend genannten Kräutern, u.a. Gewürznelken, verwendet: 
Syzygium aromaticum L. (Nelke), Acacia chundra Willd, Adhatoda vasica Nees., Mimusops elengi L., Piper nigrum L., Pongamia pinnata L. Pirerre, Quercus infectoria Olivier., Terminalia chebula Retz, Zingiber officinale Roscoe.
Sechzig Teilnehmer, welche die Eignungskriterien erfüllten und ähnliche Plaquebildung (Zahnbelag) und Zahnfleischbluten hatten, wurden in der klinischen Studie untersucht. Für die Probanden wurde eine Putzanleitung zur Verfügung gestellt. Zu Hause sollten sie unter Verwendung der zugewiesenen Zahnpasta (Kräuter-Zahnpasta oder Placebo) zweimal täglich für 12 Wochen die Zähne putzen. In Abständen 4, 8, und 12 Wochen wurden bei den Teilnehmern Messungen durchgeführt, um die Keimzahl, Zahnbelag, Zahnfleischbluten und Taschentiefe für die Auswertung zu sammeln. Plaque, Zahnfleischbluten beim Sondieren und Keimzahl waren in der Kräuter-Zahnpasta-Testgruppe deutlich zurückgegangen. Es gab keine Verbesserung der in ​​der Placebo-Gruppe. Die Studie zeigt die positive Wirkung dieser Kräuter-Zahnpasta (Sudantha) auf die Mundhygiene und Zahnfleischgesundheit.[14]

Verbindungen aus der Nelke (Syzygium aromaticum) besitzen wachstumshemmende Aktivität gegen orale Krankheitserreger. Die antibakterielle Wirkung wurde gegen Streptococcus mutans, Actinomyces viscosus, P. gingivalis und P. intermedia bestimmt. Die Flavone, Kämpferol und Myricetin, zeigten starke wachstumshemmende Aktivität gegen die parodontalpathogenen Keime P. gingivalis und P. intermedia.[15]

Nelke gegen Candida

Der gesundheitliche Nutzen der Nelke (Syzygium aromaticum) geht so weit, dass Candida in der Mundhöhle bei Einnahme die Symptome verbessert und die Zahl der lebensfähigen Candidakeime reduziert. Auch die Anzahl lebender Candidakeime im Magen und Stuhl werden verringert. Diese Befunde zeigen, dass die innerliche Einnahme der Nelke das übermäßige Wachstum von C. albicans im Verdauungstrakt einschließlich der Mundhöhle zu unterdrücken vermag.[16]

Herpes
Nelke (Syzygium aromaticum) zeigte zudem einen starke Aktivität gegen das Herpesvirus (HSV-1) in Kombination mit Aciclovir. Diese Kombinationen waren nicht toxisch für Mäuse. Die Kombinationen von Acyclovir mit Nelke zeigte eine stärkere Reduktion der Viren als Acyclovir allein angewendet.[17]


Nelke als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
Volkstümliches Rezept von 1579:

Ein wolriechent wasser zumachenn das hertz zu stercken das man die bols adern mit streicht. (Seite 75a, Gruppe 4)

Im Ayurveda ist die Anwendung von Nelke bei niedrigem Blutdruck/Hypotonie bekannt, aber relativ neu.

Nelke als Blutverdünnungsmittel
Es ist bekannt, dass aus der Nelke (Syzygium aromaticum) Stoffe zur Blutverdünnung extrahiert werden können. In Tierstudien zeigten diese Stoffe keine Nebenwirkungen und sie könnten eines Tages als Blutverdünnungsmittel wie das Heparin eingesetzt werden.[18] Die blutverdünnenden Verbindungen in dem ätherischen Öl der Nelke sind Eugenol und Acetyl Eugenol. Diese hemmen das Verkleben von Blutplättchen. Die hemmende Wirkung war im Versuch reversibel. Es wurde festgestellt, dass sowohl Eugenol als auch Acetyl Eugenol stärker als Aspirin bei der Hemmung der Thrombozytenaggregation (Verkleben von Blutplättchen) waren.[19] Die Hemmung der Verklebung der Blutplättchen ist offenbar eine Kombination von zwei Effekten: die verminderte Bildung von Thromboxan und die vermehrt die Bildung von 12-Lipoxygenase-Produkt (12-HPETE).[20]


Nelke als pflanzliches Gynäkologikum
Volkstümliches Rezept von 1579:

Wenn ein weib böse unrechte wehn hat/ und die zeit ihrer geburt nicht vorhanden. (Seite 99a, Gruppe 9)

In der indischen Gesundheitslehre, dem Ayurveda, ist die Anwendung der Nelken auf das Fortpflanzungsorgane bekannt bei: Vorzeitiger Ejakulation, Impotenz, Wehenschwäche. Schwangerschaftserbrechen: ½ TL Nelckenpulver in 1 Glas Granatapfelsaft, schluckweise nach Bedarf trinken.


Nelke als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Infekten
Eine Besonderheit ist die antibakterielle Aktivität gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus MRSA. Diese Bakterien besitzen Resistenzen gegen mehrere wichtige Antibiotika (Multiresistenz) und sind besonders schwer zu eliminieren. MRSA stellen weltweit vor allem in Kliniken eine Gefahr dar. Besonders betroffen sind die chirurgischen Intensivstationen, Abteilungen für Brandverletzungen und Neugeborenenstationen. im klinischen Alltag gestaltet sich die Therapie von Patienten mit MRSA-Infektionen oft schwierig und langwierig.[21]
 
Nelke gegen MRSA

Die keimabtötende Wirksamkeit der Nelke wurde bei verschiedenen Konzentrationen bestimmt. Die Nelke besitzt antibakterielle Aktivität gegen MRSA. Solche Befunde sind eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung von MRSA-Infektionen und können einen wichtigen Beitrag zu der Externen Therapie von Anti-S.-aureus-Schemata beitragen.[22]

Nelke (Syzygium aromaticum, CLV), Zimt (Cinnamomum zeylanicum CIN)  und Kümmel (Cuminum cyminum, CMN) wurden gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) getestet. Zimt (C. und S. zeylanicum aromaticum) zeigte dabei die stärkste in antibakterielle Aktivität.[23]


Nelke als  pflanzliches Mittel zur Behandlung der Osteoporose
Nelke (Syzygium aromaticum) zeigte zudem in einer Studie knochenerhaltende Wirkung. Ein Wasser-Alkohol-Extrakt von getrockneten Nelken, die reich an phenolischen Verbindungen nämlich Eugenol und Eugenolderivate (Vorläufer der Flavone, Isoflavone und Flavonoide) sind, wurde für 4 Wochen weiblichen Ratten gegeben. Die Ergebnisse der Messungen der Knochendichte, des Knochenmineralgehaltes und der Knochenzugfestigkeit zeigten die Tendenz der Nelke als Mittel gegen Osteoporose. Es wurde vorgeschlagen Nelkenwergen ihrer knochenerhaltenden Wirkung gegen Osteoporose einzusetzen. Weitere klinische Studien sind bis dahin noch notwendig[24]


Nelke als pflanzliches, immununterstützendes Mittel
Gewürze besitzen Radikalfänger-Aktivität und antioxidative Kraft. Als Lebensmittel sind sie eine wichtigst Quelle für verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe. Die Bedeutung der Gewürze ist in den letzten Jahren aufgrund ihrer antioxidativen und antikarzinogene Potenziale hervorgehoben worden.

Nelke als Radikalfänger 
In indischen Speisen werden Gewürznelken (Syzygium aromaticum), Süßholz (Glycyrrhiza glabra), Macis (Arillus von Myristica fragans) und in größeren Mengen Kardamom (Amomum subulatum) verwendet. Gewürznelken zeigten in Studien die höchste Radikalfänger-Aktivität, gefolgt von Süßholz, Muskatblüte und Kardamom. Die Ergebnisse zeigen, dass die getesteten Gewürze starke Antioxidantien sind und positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben können.[25]


Das Anwendungsgebiet der Nelke ist breiter als von der Komission E festgelegt
Die Komission E beschränkt die Anwendung von Nelke auf Mundwässer mit 1-5% ätherischem Öl und Zubereitungen der Zahnheilkunde mit bis zu 30% ätherischem Öl. Belegte Indikationen sind entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie örtliche Betäubung in der Zahnheilkunde.[26] Es wurden in dem Artikel zahlreiche volkstümliche Anwendungen vorgestellt, die plausibel erscheinen, weil inzwischen neue Forschungsergebnisse vorliegen. Weitere klinische Studien sind aber notwendig, um das von der Komission E festgestellte Anwendungsgebiet für Nelke zu erweitern.


[1] Schrott, Ammon. Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin – Eine Gegenüberstellung. Springer Verlag, 2012, 1. Auflage. S.310-311
[2] Becker. Beitrag zur Identifizierung vergessener Arzneipflanzen der nordöstlichen Regionen Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung des Kräuterbuches von BESLER aus dem Jahr 1579. Rostock 2009
[3] Eberwein, Eva / Vogel, Günther. Arzneipflanzen in der Phytotherapie – Indikationsgeglidertes Kompendium von Arzneipflanzen gemäß Monographien der Kommission E mit Darstellung von Kombinationsmöglichkeiten. Kooperation Phytopharmaka (Hrsg.) der Verbände BAH, BPI, VRH und Gesellschaft für Phytotherapie.
[4] CATALOGUS Medicamentorum omnium, tam Simplicium quam Compositorum, ut et Chymich arte Preparatorum quae in PHARMACOPOLIO ROSTOCHIENSI extant. Gedruckt durch eines Hochweisen Rahts Buchdrucker Johann Richel/ im Jahre 1659.
[5] Descriptio Theriacaecoelestis, wie solche auff eines Hoch-Weißen Rahts zu Rostock Apothecke unter Approbation der hiesigen Hochlöblichen Medicinischen Facultät, in prefence des ganzen Collegii Medici ist verfertigt worden von Nicolao Sibeht / E.E Raths Apotheker.. Wobey von neuen der Catalogus Medicamentorum, welche in gedachter Officin verhanden sind / mit angehängt worden. Gedruckt bey Johann Weppling / Hoch Fürstl. Und Acad. Buchdr., Rostock, 1706.
[6] E. E. Rahts der Stadt Rostock renovierte Taxa-Ordnung und derer Medicinalien und Apothecker Wahren; Wonach sich ein jeder bey dem Kauff und Verkauff, auch in Absicht derer Recepten zu richten hat. Rostock, gedruckt bey Martin Warningck, E. E. und Hochw. Rahts Buchdruckern, Rostock, den 4ten Martii Anno 1737.
[7] Schrott, Ammon. Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin – Eine Gegenüberstellung. S.311, Kapitel 9 – Vergleich der Wirkung und Anwendung von Arzneipflanzen, Syzygium aromaticum (Linn.) Merr. & L.M. Perry (Myrtaceae)
[8] Santin JR, Lemos M, Klein-Júnior LC, Machado ID, Costa P, de Oliveira AP, Tilia C, de Souza JP, de Sousa JP, Bastos JK, de Andrade SF. Gastroprotective activity of essential oil of the Syzygium aromaticum and its major component eugenol in different animal models. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol. 2011 Feb;383(2):149-58. Epub 2010 Dec 8.
[9] Kuroda M, Mimaki Y, Ohtomo T, Yamada J, Nishiyama T, Mae T, Kishida H, Kawada T. Hypoglycemic effects of clove (Syzygium aromaticum flower buds) on genetically diabetic KK-A(y) mice and identification of the active ingredients. J Nat Med. 2011 Oct 11. [Epub ahead of print]
[10] Tanko Y, Mohammed A, Okasha MA, Umar AH, Magaji RA. Anti-nociceptive and anti-inflammatory activities of ethanol extract of syzygium aromaticum flower bud in Wistar rats and mice. Afr J Tradit Complement Altern Med. 2008 Jan 22;5(2):209-12.
[1] Ghelardini C, Galeotti N, Di Cesare Mannelli L, Mazzanti G, Bartolini A. Local anaesthetic activity of beta-caryophyllene. Farmaco. 2001 May-Jul;56(5-7):387-9.
[12] Tajuddin, Ahmad S, Latif A, Qasmi IA. Aphrodisiac activity of 50% ethanolic extracts of Myristica fragrans Houtt. (nutmeg) and Syzygium aromaticum (L) Merr. & Perry. (clove) in male mice: a comparative study. BMC Complement Altern Med. 2003 Oct 20;3:6.
[13] Uju DE, Obioma NP. Anticariogenic potentials of clove, tobacco and bitter kola. Asian Pac J Trop Med. 2011 Oct;4(10):814-8.
[14] Jayashankar S, Panagoda GJ, Amaratunga EA, Perera K, Rajapakse PS. A randomised double-blind placebo-controlled study on the effects of a herbal toothpaste on gingival bleeding, oral hygiene and microbial variables. Ceylon Med J. 2011 Mar;56(1):5-9.
[15] Cai L, Wu CD. Compounds from Syzygium aromaticum possessing growth inhibitory activity against oral pathogens. J Nat Prod. 1996 Oct;59(10):987-90.
[16] Taguchi Y, Ishibashi H, Takizawa T, Inoue S, Yamaguchi H, Abe S. Protection of oral or intestinal candidiasis in mice by oral or intragastric administration of herbal food, clove (Syzygium aromaticum). Nihon Ishinkin Gakkai Zasshi. 2005;46(1):27-33.
[17] Kurokawa M, Nagasaka K, Hirabayashi T, Uyama S, Sato H, Kageyama T, Kadota S, Ohyama H, Hozumi T, Namba T, et al. Efficacy of traditional herbal medicines in combination with acyclovir against herpes simplex virus type 1 infection in vitro and in vivo. Antiviral Res. 1995 May;27(1-2):19-37.
[18] Lee JI, Lee HS, Jun WJ, Yu KW, Shin DH, Hong BS, Cho HY, Yang HC. Purification and characterization of antithrombotics from Syzygium aromaticum (L.) MErr. & PERRY. Biol Pharm Bull. 2001 Feb;24(2):181-7.
[19] Srivastava KC. Antiplatelet principles from a food spice clove (Syzygium aromaticum L) [corrected]. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids. 1993 May;48(5):363-72.
[20] Srivastava KC, Malhotra N. Acetyl eugenol, a component of oil of cloves (Syzygium aromaticum L.) inhibits aggregation and alters arachidonic acid metabolism in human blood platelets. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids. 1991 Jan;42(1):73-81.
[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Staphylococcus_aureus#Name
[22] Mandal S; Manisha DebMandal, Saha K, Pal NK. In Vitro Antibacterial Activity of three Indian Spices Against Methicillin-Resistant Staphylococcus aureus. Oman Med J. 2011 Sep; 26 (5) :319-23.
[23] Mandal S; Manisha DebMandal, Saha K, Pal NK. In Vitro Antibacterial Activity of three Indian Spices Against Methicillin-Resistant Staphylococcus aureus. Oman Med J. 2011 Sep; 26 (5) :319-23.
[24] Karmakar S, Choudhury M, Das AS, Maiti A, Majumdar S, Mitra C. Clove (Syzygium aromaticum Linn) extract rich in eugenol and eugenol derivatives shows bone-preserving efficacy. Nat Prod Res. 2011 Jun 28. [Epub ahead of print]
[25] Yadav AS, Bhatnagar D. Free radical scavenging activity, metal chelation and antioxidant power of some of the Indian spices. Biofactors. 2007;31(3-4):219-27.
[26] Schrott, Ammon. Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin- Springer Verlag, 2012, 1. Auflage. S.311

Ätherisches Öl der Nelke

Gewürznelkenbaum
(Latein: Syzygium aromaticum (Linn.), Englisch: cloves)[1]
Gewürznelken

Pflanzenfamilie: Myrtaceae
Vorkommen: Tropische Regionen Indiens, Sri Lanka. 
Geschichte: Nelken sind ein bekanntes Gewürz. Sie wurden schon früh in der Ayurvedischen und der Chinesischen Medizin verwendet. 
Herstellungsart: Das ätherische Öl der Nelke wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen.
Pflanzenteil: Blütenknospen
Duftbereich: Herznote. Kraftvoll, süß-würzig mit fruchtig-frischer, scharfer Obernote.
Inhaltsstoffe: Nelken sind eine Ätherisch-Öl-Droge mit mindestend 14% ätherischem Ölgehalt (mit 85-95% Eugenol als Hauptkomponente), Glavonoide, Phenolcarbonsäuren, kleine Mengen an Phytosterolen. Aus den Blüten sowie den Knospen der Gewürznelke, ist es möglich, ein ätherisches Öl, das aus einer Mischung von aliphatischen und cyclischen flüchtigen Terpene sowie Phenylpropanoide besteht, zu erhalten, wobei Eugenol die Hauptkomponente darstellt.[2]
Physische Eigenschaften: In der Aromatherapie ist das ätherische Öl der Nelke dafür bekannt eines der am stärksten antibakteriellen und schmerzstillenden ätherische Öle zu sein. Das ätherische Öl der Nelke wird medizinisch dazu verwendet, um Zahnschmerzen, Erkrankungen der Atemwege, Entzündungen und Magen-Darm-Beschwerden zu behandeln. 

Anwendungsgebiete nach der Komission E sind entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie örtliche Schmerzstillung in der Zahnheilkunde. In Mundwässern wird 1-5% ätherisches Nelkenöl verwendet. Zum Betupfen entzündeten Zahnfleisches kann der Zahnarzt spezielle Zahntropfen mit 30% Nelkenöl über die Apotheke verordnen. Die entzündete Stelle wird mehrmals täglich mit dem Nelkenöl betupft. Das ätherische Öl wirkt desinfizierend auf Bakterien, Pilze und Viren und hat eine örtlich betäubende (lokalanästhetische) Wirkung.[3]  

Eine Besonderheit von ätherischem Öl der Nelke ist die antibakterielle Aktivität gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus MRSA. Diese Bakterien besitzen Resistenzen gegen mehrere wichtige Antibiotika (Multiresistenz) und sind besonders schwer zu eliminieren. MRSA stellen weltweit vor allem in Kliniken eine Gefahr dar. Besonders betroffen sind die chirurgischen Intensivstationen, Abteilungen für Brandverletzungen und Neugeborenenstationen. im klinischen Alltag gestaltet sich die Therapie von Patienten mit MRSA-Infektionen oft schwierig und langwierig.[4] 

Die Nelke (Syzygium aromaticum) wurde auf ihre antibakterielle Aktivität gegen MRSA getestet. Die keimabtötende Wirksamkeit der Nelkenextrakte wurde bei verschiedenen Konzentrationen bestimmt. Die Gewürznelke zeigte sehr starke antibakterielle Aktivität gegen MRSA. Solche Befunde sind eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung von Infektionen und können einen wichtigen Beitrag als Behandlungsmittel in der Externen Therapie in Anti-S.-aureus-Schemata beitragen.[5]
Psychische Eigenschaften: Ätherisches Öl der Nelke ist ein starkes Stimulanz und kommt zur Anwendung bei Depression und chronischer Müdigkeit in Duftlampen, Bädern, Einreibungen und Massagen.[6]
Unerwünschte Wirkungen: In konzentrierter Form ist ätherisches Öl der Nelke gewebereizend. Bei der Anwendung kann es gelegentlich zu Haut- und Schleimhautreaktionen führen.


Blattgold Dr.Becker



[1] Schrott, Ammon. Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin – Eine Gegenüberstellung. Springer Verlag, 2012, 1. Auflage. S.310-311
[2] Santin JR, Lemos M, Klein-Júnior LC, Machado ID, Costa P, de Oliveira AP, Tilia C, de Souza JP, de Sousa JP, Bastos JK, de Andrade SF. Gastroprotective activity of essential oil of the Syzygium aromaticum and its major component eugenol in different animal models. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol. 2011 Feb;383(2):149-58. Epub 2010 Dec 8.
[3] Schilcher, kammerer. Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer, 2. Auflage, 2003.
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Staphylococcus_aureus#Name
[5] Mandal S; Manisha DebMandal, Saha K, Pal NK. In Vitro Antibacterial Activity of three Indian Spices Against Methicillin-Resistant Staphylococcus aureus. Oman Med J. 2011 Sep; 26 (5) :319-23.
[6]Wabner, Beier. Aromatherapie – Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis. Urban & Fischer Verlag, 1. Auflage 2009. S.238