Samstag, 29. September 2012

Echte Vanille (Vanilla planifolia)



Vom 28. - 30. September 2012 lud die Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V., Gruppe Berlin, zur Orchideenschau mit Verkauf im Botanischen Garten Berlin ein. Die Familie der Orchideen ist mit ca. 20 000 Arten die größte des Pflanzenreiches und fast über die ganze Erde verbreitet.


Echte Vanille (Vanilla planifolia) Blattgold Dr.Becker ®

Es gab eine überwältigende Anzahl an preisgekrönten und seltenen Orchideen zu sehen. Der Grund welcher mich zu der Orchideenschau führte war eine eher unscheinbare Vertreterin der Orchideen, die Echte Vanille. Rein äusserlich sieht die Echte Vanille relativ unspektakulär aus, dafür punktet sie mit ihren inneren Werte. Vanille ist das beliebteste Gewürz weltweit. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Echte Vanille auch medizinisch verwendet wird. Verwendung findet die Echte Vanille arzneilich als Fructus Vanillae und in der Aromatherapie als Oleum Vanillae.

Fermentierte und aufgeschlitzte Vanilleschote Blattgold Dr.Becker ®


Die Echte Vanille war zwar nicht unter den wunderschön blühenden Orchideen der Ausstellung zu aufzufinden, an einem Verkaufsstand fand ich zu meiner Freude dennoch eine Echte Vanille, die nun meine Wohnung ziert. Die duftenden, grün-gelben Blüten bilden sich erst nach mehreren Jahren an langen Ranken. Bei meiner Vanille handelt es sich um ein noch recht junges Exemplar, das erst in zwei Jahren Blüten treiben wird, wenn die Vanille an Größe zugenommen hat.


Echte Vanille (Vanilla planifolia) Blattgold Dr.Becker ®


Die Echte Vanille ist eine leicht wachsende, mit Hilfe von Luftwurzeln kletternde Schlingpflanze. Der Ursprung der Vanille ist das tropische Mexiko. Heutige Anbaugebiete sind Madagaskar, Réunion und Sri Lanka. Die frisch geernteten Früchte sind zunächst geruchlos. Das Vanillearoma entwickelt sich erst bei der Aufbereitung (Fermentation). Im Verlaufe der Fermentation erfolgt die enzymatische Hydrolyse von Vanillosid unter Bildung von Vanillin, wodurch der charakteristische Duft entsteht. Gleichfalls entwickelt sich die typische fast schwarzbraune Farbe der als ein teures Gewürz berühmten Vanilleschoten.

Vanillin ist der Hauptaromastoff in den Kapselfrüchten der Echten Vanille. Das Vanillin wirkt zum einen antioxidativ. Abgesehen von der gelegentlichen Verwendung als antioxidativ wirkendes Geruchs- und Geschmackskorrigenz  in der Pharmazie zum Aromatisieren süß schmeckender Präparate wird Vanille in der Volksheilkunde als Karminativum, d.h. zur Verbesserung der Verdauung, Aphrodisiakum, bei nervösen Beschwerden und bei Störungen der Menstruation verwendet.

In der Aromatherapie wird das ätherische Öl der Vanille benutzt, um stressgeplagten Menschen durch den warmen Duft ein Gefühl von Geborgenheit zu geben. Der liebliche und süße Duft der Vanille wirkt ausgleichend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Es sind keine Nebenwirkungen von Vanille bekannt.

Zum Schluss noch Bilder anmutiger Orchideen-Verwandter der Vanille:


Oncidium wentworthianum Blattgold Dr.Becker ®


Odontoglossum madrense Blattgold Dr.Becker ®
Masdevallia mendozae Blattgold Dr.Becker ®

Freitag, 14. September 2012

Walnussöl - nussiges Gold

Ein guter Tipp für die Gesundheit ist die Walnuss (Juglans regia), die in der Küche zwar bekannt ist, aber trotzdem viel zu selten verwendet wird. Geschmacklich und auch für die Gesundheit ist das Walnussöl nicht zu vernachlässigen! Beim Walnussöl handelt es sich um ein klassisches Nutriceutical. Mehrere Studien zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Walnüssen positive Effekte gegen durch oxidativen Stress vermittelte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose und Krebs hat. Das kräftig gelbe Walnussöl reduziert das Risiko an Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erkranken, weil der Verzehr sich positiv auf die Zusammensetzung der im Blut zirkulierenden Fette auswirkt.


Baby mit Walnüssen (Juglans regia)  Blattgold Dr.Becker ®


Walnuss gegen Darmkrebs
Darmkrebs ist die dritthäufigste Form von Krebs weltweit. Es gibt mehrere Risikofaktoren für Darmkrebs von denen zumindest einer, nämlich Essgewohnheiten, modifizierbar ist. Es wird geschätzt, dass 30% bis 50% der Fälle von Darmkrebs bei Männern und ca. 20% bei Frauen durch die Ernährung und andere Lifestyle-Änderungen verhindert werden können. Beobachtungen haben gezeigt, dass der Verzehr von Walnuss die Wachstumsrate von Brustkrebszellen verzögern und eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Darmkrebs-Zellen besitzen. Walnüsse in der Ernährung hemmen Darmkrebs durch die Unterdrückung der Neubildung von Blutgefässen in Tumoren (Angiogenese), wodurch Tumoren nicht mehr ausreichend mit Blut und Nährstoffen versorgt werden können. Eine an Walnüssen reiche Ernährung ist also vorteilhaft gegen Darmkrebs.[1]

Echte Walnuss (Juglans regia) Blattgold Dr.Becker ®

Walnussöl gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die führenden Ursachen für Krankheit (Morbidität) und  Tod (Mortalität) weltweit. Zu hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie) sind ein gewichtiger, aber durch die Ernährung modifizierbarer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern, ist es von entscheidender Bedeutung, die Belastung der Gefäße durch zu hohe Blutfette einzudämmen. Mehrere Studien haben die positive Wirkung von Nüssen auf Blutfettwerte gezeigt. Die Verabreichung von 20 g Walnuss (Juglans regia L.) / Tag für 8 Wochen kann die Höhe der Triglyceride im Blut um 17% verringern. Der Verzehr von Walnuss senkt das Gesamtcholesterin und „schlechte“ Blutfette (LDL) dauerhaft. Durch den gesenkten Cholesterinspiegel wird auch das Risiko der Bildung von Arteriosklerose gesenkt.[2] Walnuss erhöht dafür die HDL-Cholesterinspiegel („gute“ Fette) im Blut deutlich. Zusammengefasst wurde festgestellt, dass Walnussöl ein gutes, natürliches Heilmittel ist um unerwünschte Blutfette zu senken und so der Entstehung von Arteriosklerose und Risikofaktoren für koronare Herzkrankheiten zuvor zu kommen.[3]
 
Echtes Walnussöl  Blattgold Dr.Becker ®

Inhaltsstoffe Walnuss
Walnüsse enthalten als gesundheitsförderliche Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) als auch Omega-3-Fettsäuren (Linolensäure). Walnüsse enthalten Linolsäure (43,19% - 53,16%) als die häufigste Fettsäure, gefolgt von Ölsäure (31,91%) und Linolensäure (11,46%), außerdem Vitamin E und Selen in nennenswerten Mengen. Durch mehrere phenolische Verbindungen sind Walnüsse eine ausgezeichnete Quelle von wirksamen, natürlichen Antioxidantien und ein präventives Mittel gegen am häufigsten auftretende Zivilisationskrankheiten wie Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[4]

Walnussmuffin Blattgold Dr.Becker ®

Rezept für 8 Walnuss Muffins
Walnussöl kann man sehr gut zum veredeln von Salaten und Saucen, für Desserts und Backwaren und zum Abschmecken von Gemüsegerichten verwenden. Der charakteristische Walnuss-Geschmack kommt in Salaten, Saucen, Vorspeisen und Backwaren am besten zur Geltung.
Zutaten:
140 g Vollkorn Weizenmehl, 1 Tl Backpulver, 1 Ei, 80 g Rohrzucker, 140g Buttermilch, 40 ml Walnussöl, 30g grob gehackte Walnüsse, 100 g Rosinen (alternativ frisches Beeren-Obst z.B. Himbeeren und Heidelbeeren verwenden), 8 Walnusshälften zum dekorieren.
Zubereitung:
Vollkorn Weizenmehl, Backpulver, Walnussöl, Eier und Zucker zu einem geschmeidigen Teig verrühren und im Anschluss Rosinen und gehackte Walnüsse unterrühren. Backofen auf 160 °C vorheizen (Umuft 140°C). Den Teig auf die Muffinbackförmchen verteilen und jeweils mit einer Walnusshälfte dekorieren. Die Walnuss Muffins werden auf mittlerer Schiene 25 min gebacken. Dannach Muffins aus dem Ofen holen, abkühlen lassen und genießen.


Blattgold Dr.Becker ®


Quellen:
[1] Nutrition. 2012 Jan;28(1):67-75. Epub 2011 Jul 27.
Dietary walnuts inhibit colorectal cancer growth in mice by suppressing angiogenesis.
Nagel JM, Brinkoetter M, Magkos F, Liu X, Chamberland JP, Shah S, Zhou J, Blackburn G, Mantzoros CS.
[2] Nutr Metab (Lond). 2011 Aug 26;8:61.
Walnut oil increases cholesterol efflux through inhibition of stearoyl CoA desaturase 1 in THP-1 macrophage-derived foam cells.
Zhang J, Grieger JA, Kris-Etherton PM, Thompson JT, Gillies PJ, Fleming JA, Vanden Heuvel JP.
[3] Angiology. 2003 Jul-Aug;54(4):411-4.
Antihypertriglyceridemic effect of walnut oil.
Zibaeenezhad MJ, Rezaiezadeh M, Mowla A, Ayatollahi SM, Panjehshahin MR.
[4] Food Chem Toxicol. 2010 Jan;48(1):441-7. Epub 2009 Oct 31.
Human cancer cell antiproliferative and antioxidant activities of Juglans regia L.
Carvalho M, Ferreira PJ, Mendes VS, Silva R, Pereira JA, Jerónimo C, Silva BM.

Montag, 10. September 2012

Aromatherapie bei Muskelschmerzen

Jeder kennt Muskelschmerzen, die verursacht werden durch Muskelkater oder Verspannungen der Muskulatur. Muskelkater tritt nach starker, körperlicher Betätigung wie beispielsweise Sport auf und meistens macht Muskelkater sich erst am nächsten Tag als Muskelschmerz bemerkbar. Druckschmerzhafte Verdickungen eines Muskels (Myogelose) sind ein häufiger Befund bei chronischen Schmerzzuständen, die z.B. durch falsche Haltung verursacht werden.


Ätherisches Öl bei Muskelschmerzen
Bei Muskelschmerzen eignen sich Einreibungen mit ätherischen Ölen sowie Lockerungsmassagen mit Johanniskraut Rotöl. Eine Kombination von Rotöl mit schmerzstillendem und entzündungshemmenden ätherischen Ölen ist sehr sinnvoll. In der Sportmedizin ist das Muskelöl Dolo-cyl® gut erprobt. Laut Herstellerangaben eignet sich das Muskelöl besonders zur Lockerung und Aufwärmung der Muskulatur, zur Verhinderung ihrer vorzeitigen Ermüdung und zur Massage verkrampfter und verhärteter Muskeln. Es setzt sich aus Johanniskraut Rotöl und Arnikablütenmazerat als pflegender Ölgrundlage und den ätherischen Ölen von Eukalyptus, Lavendel, Rosmarin, Wacholder und Latschenkiefer zusammen. Bei Muskelschmerzen eignen sich ausserdem auch noch andere ätherische Öle, von denen einige, relevante ätherische Öle nun genannt werden.  

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis) Blattgold Dr.Becker ®


Wirkung relevanter ätherischer Öle auf die Muskulatur
Campher: fördert die Durchblutung
Eukalyptus globosus ätherisches Öl: entzündungshemmend
Fichtennadel ätherisches Öl: entzündungshemmend
Immortelle ätherisches Öl: entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, löst Hämatome auf
Ingwer ätherisches Öl: schmerzlindernd bei Prellungen
Kampfer ätherisches Öl: schmerzlindernd
Lavendel ätherisches Öl: entzündungshemmend, schmerzlindernd, wundheilungsfördernd
Latschenkiefer ätherisches Öl: entzündungshemmend
Lorbeer ätherisches Öl: entzündungshemmend, schmerzlindernd
Majoran ätherisches Öl: schmerzlindernd
Pfeffer schwarz ätherisches Öl: schmerzlindernd
Pfefferminze ätherisches Öl: entzündungshemmend, schmerzlindernd, stark kühlend
Rosmarin ct. borneon ätherisches Öl: löst neuromuskuläre Muskelverspannungen
Rosmarin ct. cineol ätherisches Öl: fördert die Durchblutung der Muskulatur
Teebaum ätherisches Öl: schmerzlindernd
Terpentinöl: fördert die Durchblutung, antiseptisch
Wacholderbeere ätherisches Öl: entzündungshemmend, schmerzlindernd
Wintergrün ätherisches Öl: entzündungshemmend, schmerzlindernd


Gemeine Fichte (Picea abies) Blattgold Dr.Becker ®

Gemeine Fichte (Picea abies) Blattgold Dr.Becker ®


Gebrauch von Rotöl bei Muskelschmerzen
Die schmerzende Stelle wird mit Rotöl mehrmals täglich massiert. Alternativ können auch Kompressen aus sterilem Mull mit dem Rotöl getränkt und auf die schmerzende Stelle gelegt werden. Nach 8-10 Stunden wird der Rotöl-Verband gewechselt.


Muskelöl selber mischen
In der Aromatherapie ist es erwünscht die Rezeptur auf die Person und ihre Muskelschmerzen individuell anzupassen. Je nach Erfahrung mit Aromatherapie und eigener Vorliebe für bestimmte ätherische Öle kann abweichend von dem folgenden Rezeptvorschlag variiert werden. Die bei Muskelschmerzen relevanten ätherischen Öle unterscheiden sich in ihrer Wirkung. Manche sind eher entsündungshemmend, andere wirken dagegen stärker schmerzstillend. Auch die Düfte der ätherischen Öle sind ganz unterschiedlich.

Latschenkiefer (Pinus mugo subsp. mugo) Blattgold Dr.Becker ®

Latschenkiefer (Pinus mugo subsp. mugo) Blattgold Dr.Becker ®

Latschenkiefer (Pinus mugo subsp. mugo) Blattgold Dr.Becker ®


Dosierung
Die empfohlene Dosierung von ätherischen Ölen für die Therapie und äusserliche Behandlung von Muskelschmerzen bewegt sich im Bereich zwischen 5-20%. Es  werden beispielsweise Fichtennadelöl und Kiefernnadelöl so dosiert, dass dabei eine Verbesserung der Durchblutung der Haut erreicht wird. Einreibungen an den betroffenen Stellen erfolgen mit 10-15%igem Gehalt an den ätherischen Ölen von Fichte und Kiefer. Eukalyptusöl und Pfefferminzöl kommen bei äußerer Anwendung als 5-20%ige Zubereitungen zum Einsatz. 

Video Heilpflanze Pfefferminze: 




Diese ätherischen Öle können auch direkt angewendet werden. Dazu werden 5-8 Tropfen auf die schmerzhafte Muskelpartie eingerieben. Massageöl mit ätherischem Öl vom Teebaum zur äußeren Anwendung bestehen zu 30-40% ätherischem Teebaumöl gelöst in Basisöl. 5 ml ätherisches Öl auf 95 ml Basisöl ergeben eine ca. 5%ige Mischung. Für die zarteste, 5%ige Mischung werden also 5 ml ätherisches Öl auf 95 ml Basisöl gemischt. Wer es gerne kräftiger hat, kann eine bis zu 20%ige Mischung aufgießen, mit 80 ml Basisöl und 20 ml ätherischem Öl.

Rezeptvorschlag für ein Muskelöl
Mische ein Öl aus:
80 ml Johanniskraut Rotöl als Basisöl
5 ml Latschenkiefer ätherisches Öl
10 ml Fichtennadel ätherisches Öl
1 ml Lavendel ätherisches Öl
2 ml Wacholder ätherisches Öl
1 ml Zeder ätherisches Öl
1 ml Mandarine rot ätherisches Öl

Dosierung: Das Muskelöl kann mehrmals täglich bei Muskelschmerzen auf betroffene Körperpartien aufgetragen werden. Ich habe gute Erfahrungen mit diesem Muskelöl gemacht. Diese kräftige Mischung wird selbst von Personen mit empfindlicher Haut sehr gut vertragen. Nach einer Einreibung, bzw. Massage, ist die Wirkung sofort spürbar und die Muskelschmerzen verschwinden.