Dienstag, 30. April 2013

Chai Tee sorgt für neue Lebensenergie

Schwarzer Tee, verschiedene Gewürze und ein Schuss heiße Milch, dazu Honig oder Zucker. Auf diese Weise wird der indische Gewürztee Chai zubereitet. Er schmeckt kräftig würzig und extrem süß. Chai bedeutet übersetzt einfach nur Tee und ist ein weitverbreitetes traditionelles Getränk in Südasien mit regional unterschiedlicher Zubereitung. Sowohl Inder als auch Chinesen und andere Völker beanspruchen die Erfinder des Chai zu sein. Da Chai aber in jedem Land und an jeder Häuserecke anders schmeckt, gibt es den einen einzigen "wahren" Chai eigentlich nicht. 

Chai Tee im Ayurveda 
Rezepte für Chai wurden im Laufe der Zeit in die indischen Gesundheitslehre (Ayurveda) aufgenommen, in der Gewürze ihren festen Platz haben. Im Ayurveda sollen die Inhaltsstoffe des Tees und der Gewürze für neue Energie sorgen. Bei der klassischen Chai Tee Rezeptur werden schwarzer Tee, Kardamom, Ingwer, Zimt, Nelken, Fenchel und Anis vermengt. Die Gewürze und ihr ätherisches Öl entfachen laut der ayurvedischen Gesundheitslehre das Verdauungsfeuer (Agni) und verbrennen Verdauungstoxine (amapachana), gleichzeitig klären sie die Körperkanäle (Srotas) und beseitigen überschüssiges Kapha (Schleim). Nimmt man die Zutaten einmal näher unter die Lupe, dann klingt das plausibel. Die Gewürze enthalten allesamt ätherisches Öl und besitzen verdauungsfördernde und antimikrobielle Wirkungen. Schwarzer Tee wirkt stimulierend auf das Gehirn und fördert die Wachheit.

Zubereitung von Chai Tee 
In Indien kennt jeder Haushalt sein persönliches Chai Tee Rezept. Der Schwarze Tee wird mit den Gewürzen zubereitet, anschließend mit Honig oder Zucker gesüßt und zum Schluss mit aufgeschäumter Milch verfeinert oder der Tee mit heißer Milch noch mal aufgekocht. Wie auch immer der Chai Tee zubereitet wird, genossen wird der sehr würzige und süße Tee meist in kleinen Gläsern. Dadurch kühlt der heiße Tee schneller ab. In Indien kann Chai quasi an jeder Straßenecke für ca. 5  Cent gekauft werden. Auch als Tourist kann man ihn bedenkenlos trinken, da er üblicherweise direkt aus einem großen Topf mit kochenden Chai ausgeschenkt wird. Chai Tee wird in Indien bei jeder Gelegenheit getrunken, sei es einfach zur Erfrischung, während einer Zigarettenpause oder nach dem Mittag.

Hier sind Fotos von zwei indischen Chai- bzw. Imbissbuden, wie man sie in Indien in jeder Straße finden kann. Es sind meistens einfache zusammengezimmerte Bretterhütten. Wer wirklich den echten Chai trinken will der sollte ihn genau dort probieren.

Eine Chai Tee Bude an einer Straße Blattgold Dr.Becker ®

Chai Tee Bude aus einfachen Brettern Blattgold Dr.Becker ®




Tee 
Teeblätter enthalten Coffein und wirken zentral anregend. Die stimulierende Wirkung es Tee ist jedoch geringer als die des Kaffees, weil ein Teil des Coffeins im Tee an Gerbstoffe gebunden ist. Tee hat durch Polyphenole und Flavonoide zudem eine antioxidative Wirkung.


Kardamom 
Kardamomfrüchte enthalten 4-9 % ätherisches Öl das bei Verdauungsbeschwerden Linderung verschafft. Die zerkleinerten Samen werden innerlich z.B. in Form von Tee bei Beschwerden wie Blähungen eingenommen.


Ingwer 
Ingwer enthält 3% ätherisches Öl und Scharfstoffe. Bei Appetitlosigkeit und Übelkeit kann Ingwer die Symptome dämpfen. Die Speichel- und Magensaftsekretion wird durch Ingwer gesteigert.


Nelke 
Von medizinischer Bedeutung ist bei Nelken ebenfalls das ätherische Öl, das antimikrobielle, spasmolytische und schmerzstillende Eigenschaften besitzt. ( -> Nelke in der Volksheilkunde Norddeutschlands )


Fenchel 
Beim Fenchel handelt es sich ebenfalls um eine Heilpflanze, die mindestens 4% ätherisches Öl und weitere arzneilich wirksame Inhaltsstoffe enthält. Das ätherische Öl enthält Anethol und Fenchon, die stark antimikrobiell wirksam sind. Fenchel ist appetitanregend und bei Atemwegserkrankungen wie Katarrhen der oberen Luftwege erleichtert Fenchel das Abhusten ( -> bei Kindern Fenchelhonig)


Anis 
Wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe der Anisfrüchte ist ätherisches Öl mit dem Hauptinhaltsstoff Trans-Anethol. Das ätherische Öl fördert die Säuberungsfunktion der Atemorgane durch das Flimmerepithel. Die Verdauungsfunktion wird ebenfalls angeregt und reguliert. ( -> Anis von Ayurveda bis Anti-Aging )








Quelle:
Heilpflanzen der westlichen und der Ayurvedischen Medizin. Schrott, Ammon. Springer Verlag. 1. Auflage 2012. -> Link