Samstag, 5. Dezember 2015

Therapiemöglichkeiten bei Magen- und Darmbeschwerden durch Stress

Anhaltende Belastungen oder Stresssituationen, aber auch Depressionen und innere Unruhe können einem sprichwörtlich auf den Magen schlagen. Die sogenannte "Gehirn-Darm-Achse", dabei handelt es sich um Nervenstränge zwischen dem Zentralnervensystem und dem "Bauchhirn" (Gesamtheit der Nervenzellen im Magen-Darm-Trakt), überträgt dabei Nervenreize in Richtung Magen und Darm. Die Verdauungsorgane reagieren bei dieser Reizüberflutung mit deutlichen Verdauungsbeschwerden. Um dieses zu verhindern ist psychosozialer Stress bestmöglich zu meiden. Zahlreiche Arzneipflanzen helfen bei Verdauungsbeschwerden und insbesondere die Kombination Pfefferminzöl mit Kümmelöl wirkt nachweislich lindernd bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen und Reizdarmsyndrom.


Video zur Heilpflanze Pfefferminze:




Was sind funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen und Reizdarmsyndrom?
Psychische Erkrankungen und funktionelle Magen-Darm-Beschwerden können miteinander verbunden sein. Es können sowohl die Magen- und Darmbeschwerden die Ursache für eine Depression, als auch umgekehrt eine Depression die Ursache für Magen- und Darmbeschwerden sein. Kennzeichnend für eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung (FD) ist ein unangenehmes Gefühl nach dem Essen, frühes Sättigungsgefühl, sowie Magenschmerzen und Brennen. Die Leitsymptome des sogenannten Reizdarmsyndroms (RDS) sind Blähungen, Diarrhö und Obstipation, sowie Bauchschmerzen. Die Beschwerden nehmen auch nach mindestens drei Monaten nicht ab, schränken die Lebensqualität ein und es werden keine Ursachen für die Beschwerden gefunden.


Therapiemöglichkeiten
Im Sinne der Mind-Body-Medizin braucht es eine Kombination der Möglichkeiten bei der Behandlung funktioneller Magen- und Darmbeschwerden und des Reizdarmsyndroms. Diese besteht aus Verhaltensänderung und medikamentöser Therapie z.B. Aromatherapie mit ätherischem Pfefferminzöl in Kombination mit Kümmelöl und Psychotherapie.

Psychotherapeutische Begleitung
Viele Betroffene bei FD und RDS profitieren von einer psychotherapeutischen Begleitung. Beispielsweise durch eine Verhaltenstherapie kann der richtige Umgang mit den auslösenden Faktoren vermittelt werden. Das Ziel ist dabei, dass diese rechtzeitig realisiert werden und sich durch Vermeidungsstrategien erst gar nicht auswirken können. Das Erlernen von Entspannungstechniken, Zeitmanagement und Konfliktlösung kann dazu beitragen, Stress und Belastungen zu reduzieren. Ein Übermaß an Stress im Leben ist zu vermeiden. Entspannung findet man beispielsweise durch Autogenes Training, ein Entspannungsbad oder auch kurze Spaziergänge nach dem Essen. 

In dem Video wird eine Anleitung zum Autogenen Training gegeben:



Hier ein Video wie man ein Entspannungsbad mit ätherischem Öl macht:




Menschen mit Magen-Darmbeschwerden haben einen hohen Leidensdruck und erhoffen sich vom Behandler, dass er die Ursache findet und therapiert. Der Patient möchte ernst genommen werden. Die Vermittlung der Diagnose einer funktionellen Erkrankung möchten manchen Patienten nicht glauben. Funktionell bedeut nämlich, dass keine Ursache für die Beschwerden gefunden wurde. Die Erkrankung sollte daher verständlich erklärt werden und ein Weg zur Beschwerdelinderung aufgezeigt werden. Bei Verdacht auf eine psychische Beteiligung ist besonders viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Pflanzliche Hilfe bei funktionellen Magen- und Darmbeschwerden
Den Patienten ernst zu nehmen, bedeutet ihm konkrete Hilfe zur Wiederherstellung seiner Gesundheit und Lebensqualität zu geben.Viele Betroffene lehnen chemische Substanzen ab, so dass Naturheilkunde zum Einsatz kommen kann. In zahlreichen Heilpflanzen sind ätherischen Öle enthalten, die gegen Magen- und Darmbeschwerden gut wirksam sind. 

Eine evidenzbasierte Therapie der funktionellen Magen- und Darmbeschwerden kann mit Pfefferminzöl in Kombination mit Kümmelöl erreicht werden. Es gibt ein apothekenpflichtiges Phytopharmakon (Name: Carmenthin) das die hochdosierte Wirkstoffkombination aus 90 mg Pfefferminzöl und 50 g Kümmelöl pro Weichkapsel enthält. Mit Hilfe der magensaftresistenten Kapseln werden die ätherischen Öle direkt in den Darm transportiert und erst dort freigesetzt, was zu einer besseren Wirksamkeit und einer besseren Verträglichkeit führt. Die Kombination aus Pfefferminzöl mit Kümmelöl wirkt schmerzlindernd, krampflösend, entblähend und beruhigend, wodurch es zu einer Verbesserung der Symptome kommt. Der Vorteil gegenüber ätherischen Ölen aus dem Fläschchen liegt in der besseren Dosierbarkeit und der Freisetzung erst im Darm.


Apothekenpflichtiges Phytopharmakon (Name: Carmenthin) das Pfefferminzöl und Kümmelöl enthält. Blattgold Dr.Becker ®

Auch ätherisches Thymianöl wird innerlich bei Verdauungsproblemen und Magen-Darmbeschwerden angewendet. 

Video zur Heilpflanze Thymian



Ingwer wird als Arzneimittel bei verschiedensten Erkrankungen, unter anderem bei Magen- und Darmbeschwerden, verwendet.

Video über die Zubereitung von Ingwertee:




Zimt ist ein traditionelles Heilmittel das gegen vielerlei Beschwerden eingesetzt wird. Es ist ein appetitanregendes Mittel und hilfreich bei Magen-und Darmbeschwerden als krampflösendes Mittel. Ätherisches Öl der Zimtrinde wirkt auf sanfte Weise Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren entgegen. Die grauweiße, aromatische Rinde enthält ätherisches Öl . Die Tagesdosis für ätherisches Öl von Zimt beträgt 0,05-0,2g. Eine Tagesdosis von 0,2 Gramm entspricht ungefähr 0,2 ml, dies entspricht ca. 5 Tropfen ätherisches Öl von Zimt

Video über die Zubereitung von Zimtschokolade:



Basilikum ist als Küchenkraut bekannt, hat aber auch medizinische Eigenschaften. Das Kraut sowie sein ätherisches Öl haben eine regulierende Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden und fördern die Verdauung.

Video über die Heilpflanze Basilikum:



Die Blätter des Rosmarins enthalten ätherisches Öl und werden z.B. als Tee oder Tinktur bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. 

Salbei kann auch bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt werden. Die Blätter des Sabeis enthalten ätherisches Öl und weitere Komponenten wie Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. 

Die Blätter der (Zitronen-) Melisse enthalten mindestens 0,05% ätherische Öl, ausserdem Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide und wirken lindernd bei Magen- und Darmbeschwerden. Außerdem hat Melisse bei Magen-Darmbeschwerden krampflösende und entblähende Eigenschaften.

Löwenzahn enthält zwar kein ätherisches Öl steigert aber durch den hohen Bitterstoffgehalt die Magensaftsektretion bei Verzehr der Blätter, dadurch hilft es bei Appetitlosigkeit und Magen- und Darmbeschwerden. 

Video zu der Heilpflanze Löwenzahn:




Die Wirksamkeit von Stink-Asant ist derzeit nicht wissenschaftlich bestätigt. Früher wurde die Pflanze unter anderem bei Magen-und Darmbeschwerden wie Blähungen und Darmträgheit eingesetzt.





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Mittwoch, 25. November 2015

Erstattung pflanzlicher Arzneimittel auf Grünem Rezept

Insbesondere in der Erkältungszeit werden von Ärzten viele Grüne Rezepte mit Phytopharmaka gegen Erkältungen verschrieben. Kaum ein Patient weiß, dass 60 % aller Krankenkassen auch für pflanzliche Arzneimittel die Kosten erstatten, wenn man das Grüne Rezept zusammen mit der Apothekenquittung und der Kontonummer bei der Krankenkasse einreicht.

Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) Blattgold Dr.Becker ®

Seit dem 01.01.2012 ist es nach dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz gesetzlichen Krankenkassen freigestellt, pflanzliche Arzneimittel (Phytotherapeutika) ohne den Abschluss eines Zusatztarifes zu erstatten.

Diese freiwillige Leistung hinsichtlich der Erstattung von pflanzlichen Arzneimitteln der gesetzlichen Krankenkassen ist jedoch sehr variabel und kann sogar bei der gleichen Krankenkasse je nach Bundesland ganz unterschiedlich sein.  
Als Patient sollte man sich bei seiner gesetzlichen Krankenkasse erkundigen ob und in welchem Umfang pflanzliche Arzneimittel erstattet werden. Krankenkassen können diesen Zusatzservice anbieten, sind aber nicht dazu verpflichtet! Rund 60 Prozent der Krankenkassen in Deutschland übernehmen auf freiwilliger Basis die Kosten für bestimmte Phytoparmaka, die zwar apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig sind. Pflanzliche Präparate aus dem Reformhaus werden auf keinen Fall übernommen, da sie nicht den Qualitätsstandards von Phytopharmaka entsprechen.

Auf neueren Vordrucken für Grüne Rezepte steht folgender Satz geschrieben: "Dieses Rezept können Sie bei vielen gesetzlichen Krankenkassen zur Voll- oder Teilerstattung als Satzungsleistung einreichen." Das soll den Patienten auf eine mögliche Kostenübernahme durch Krankenkassen aufmerksam machen, wenn ihm ein "Grünes Rezept" verordnet wird.

Die genaue Höhe der Rückzahlung, ebenso nähere Details und sonstige Konditionen erfragt man als Patient direkt bei der Krankenkasse und nicht beim Arzt. Je nach Krankenkasse liegt die Rückzahlung meistens zwischen 100 und 150 Euro pro Jahr. In den meisten Fällen wird nur erstattet, wenn eine ärztliche Verordnung auf dem Grünen Rezept vorliegt und nicht wenn das pflanzliche Arzneimittel ohne ein Rezept in der Apotheke gekauft wurde. Manche Krankenkassen erstatten einen gewissen Betrag, fordern aber eine Kostenbeteiligung an den Phytopharmaka

Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gelten "Verordnungsausschlüsse" nicht. Unter einem Verordnungsausschluss ist dies zu verstehen, Zitat aus dm Bericht zum Verordnungsausschluss von Fertigarzneimitteln gemäß AM-RL des G-BA vom März 2014:

"Die Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und
ihre Anlage schließen Arzneimittel-Gruppen und Arzneimittel-Wirkstoffe von der Verordnung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus oder schränken die Verordnung ein. Gründe hierfür können Unwirtschaftlichkeit bei ungünstigem Kosten-/Nutzen-Verhältnis oder ein ungünstiges Risiko-/Nutzen-Profil sein."1

Für den Arzt gilt folgende Vorgehensweise zur Möglichkeit der Erstattung von Phytopharmaka für seine Patienten:
  • Der Arzt verordnet ein Phytoharmakon auf ein Privatrezept oder "Grünes Rezept"
  • Der Patient kauft das pflanzliche Arzneimittel in der Apotheke und reicht das Grüne Rezept mitsammt der Apothekenquittung bei seiner gesetzlichen Krankenkasse ein.
  • Die Krankenkasse überweist dem Patienten je nach ihren Bedingungen einen bestimmten Betrag, den sie erstattet aus das ihr mitgeteilte Konto.
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Quellen:

1 https://www.kvwl.de/arzt/verordnung/arzneimittel/info/agavm/amrl_fertigarzneimittel_verordnungsausschl_agamv.pdf
2. Rodisma-Med Pharma GmbH

Donnerstag, 12. November 2015

Mind-Body-Medizin bei koronarer Herzkrankheit

Die Mind-Body-Medizin (MBM) hat Programme zur Verbesserung des Lebensstils bei koronarer Herzkrankheit (KHK) entwickelt. Die Mind-Body-Medizin (MBM) ergänzt Ernährungsberatung und Sport noch um Entspannungsverfahren und psychologisch-motivationale Elemente, was die Besonderheit der MBM ausmacht. Die Häufigkeit das Herz betreffender Ereignisse, wie die eines Herzinfarktes, kann durch MBM verringert werden. Weitere Verbesserungen bestehen bei Atherosklerose und systolischem Blutdruck im Vergleich zur Standardbehandlung. 

von Rafael ruiz mateos, via Wikimedia Commons


Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind etwa 80 % der Risikofaktoren für das Auftreten der KHK durch das eigene Verhalten vermeidbar. Insbesondere gilt dies für chronischen subjektiven Stress (Burnout), Bewegungsarmut, Fehlernährung und Übergewicht.

Im Bereich der Mind-Body-Medizin (MBM) sind intensivierte Programme zur Verbesserung des Lebensstils zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt worden. Die dazugehörigen Interventionen umfassen theoretische und praktische Schulung in mindestens diesen drei Komponenten:
- Stressreduktion und Entspannung.
- Ernährung
- Bewegung und Sport

Viele andere Programme zur Prävention und Rehabilitation von Herzerkrankungen vernachlässigen Entspannungsverfahren und psychologisch-motivationale Elemente. Psychosoziale Aspekte des Krankseins und die Krankheitsbewältigung werden durch Stressreduktion und Entspannungsverfahren aufgegriffen und nicht, wie zu oft, vernachlässigt. 


In dem Video wird eine Anleitung zum Autogenen Training gegeben:



Es gibt Untersuchungsergebnisse, wonach eine gelungene Krankheitsbewältigung die Überlebensdauer bei lebensbedrohlichen Erkrankungen positiv beeinflusst. Die Krankheitsverarbeitung hat also einen wesentlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Es ist eine Aufgabe der psychologischen Führung von Kranken Voraussetzungen zu schaffen, welche die Krankheitsbewältigung fördern.

Zu hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie) sind ein gewichtiger, aber durch die Ernährung modifizierbarer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern, ist es von entscheidender Bedeutung, die Belastung der Gefäße durch zu hohe Blutfette einzudämmen. Ein Beispiel für ein gesundes Lebensmittel gegen Herz-Kreislauferkrankungen sind Walnüsse. Mehrere Studien haben die positive Wirkung von Nüssen auf Blutfettwerte gezeigt. Die Verabreichung von 20 g Walnuss (Juglans regia L.) / Tag für 8 Wochen kann die Höhe der Triglyceride im Blut um 17% verringern. Der Verzehr von Walnuss senkt das Gesamtcholesterin und „schlechte“ Blutfette (LDL) dauerhaft. Durch den gesenkten Cholesterinspiegel wird auch das Risiko der Bildung von Arteriosklerose gesenkt.


MBM-Programme sind erfolgreich in der Beeinflussung des Verlaufs der Erkrankung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere KHK. Die Teilnahme an MBM-Interventionen und Lebensstiländerung ergänzend zur klassischen kardiologischen Rehabilitation kann nur empfohlen werden, weil die Häufigkeit von herzbedingten Ereignissen (Herzinfarkt) reduziert wird und Atherosklerose sowie der systolische Blutdruck positiv beeinflusst werden. Daraus folgt auch, dass weniger Medikamente eingenommen werden müssen, beispielsweise um den Blutdruck zu senken, und der Körper weniger mit der Entgiftung von Medikamenten belastet wird. Die Anstrengungen, die das Individuum im Rahmen der MBM auf sich nimmt, sind somit von Gewinn.1

Eine Lebensstiländerung zur Prävention/ Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann man selber durchführen indem man sich über gesunde Ernährung informiert, Entspannungstechniken einübt und moderat Sport treibt. Interessierte können sich auch in der Sprechstunde einer Klinik mit dem Schwerpunkt Naturheilkunde beraten lassen. Die Krankenkassen übernehmen Rehabilitationsprogramme bei KHK.

Video: Wellness für zu Hause



Video: Detox Tee mit Grünem Tee


Video: Detoxtee Zitrone-Ingwer



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Quelle:
1Mind-Body-Medizin in der kardiologischen Sekundärprävention
Systematisches Review und Metaanalyse zur Wirkung intensivierter Lebensstilmodifikation bei koronarer Herzkrankheit
Mind-body medicine in the secondary prevention of coronary heart disease—a systematic review and meta-analysis
Dtsch Arztebl Int 2015; 112(45): 759-67; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0759
Cramer, Holger; Lauche, Romy; Paul, Anna; Langhorst, Jost; Michalsen, Andreas; Dobos, Gustav

Mittwoch, 11. November 2015

Schwierigkeiten der Wirkstoffprüfung bei Arzneipflanzen am Beispiel Passionsblume

Dieses Foto wurde in einem Labor für pflanzliche Biotechnologie, Zellbiologie und genetische Forschung aufgenommen. Quelle Wikimedia


Eine Besonderheit von Phytopharmaka im Vergleich zu Synthetika liegt in der Schwierigkeit der pharmakologischen Wirkstoffprüfung. Die heilsamen Wirkungen der Arzneipflanzen sind beim Menschen durch Erfahrungsheilkunde bekannt. Es ist oft sehr schwierig eine geeignete Versuchsanordung zu finden, mit der sich die therapeutisch relevanten Wirkungen erklären lassen. Bei Heilpflanzen handelt es sich um natürliche Vielstoffgemische, z.B. sind die Hauptinhaltsstoffe der Passionsblume Flavonoide, Maltol, Cumarinderivate, geringe Mengen ätherisches Öl und in Spuren Alkaloide. Es wird angenommen, dass die Stoffe eine synergistische Wirkung im Körper entfalten. Bei Synthetika wie z.B. herzwirksame Glykoside, die natürlich im Fingerhut vorkommen, ist es einfach den Wirkstoff dem Wirkort zuzuschreiben, da es sich nur um einen einzigen Wirkstoff handelt. Viele der synthetischen Arzneimittel haben daher auch prompte und deutliche Wirkungen gegenüber Phytoparmaka. Phytopharmaka sind Zubereitungen aus der ganzen Heilpflanze welche die komplexen Stoffgemische der Arzeneipflanze enthalten. Synthetika sind konzentrierte Reinsubstanzen.


Video Roter Fingerhut:


Am Beispiel der Passionsblume soll nun gezeigt werden wie schwierig die pharmakologische Wirkstoffprüfung bei Heilpflanzen ist. Passionsblume könnte eine alternative Medikation bei Epilepsie darstellen, daran wird derzeit noch fleißig geforscht. Epilepsie ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung. Diese schwere Erkrankung wird mit Medikamenten behandelt, die schwere Nebenwirkungen hervorrufen können. Pflanzliche Präparate haben hingegen keine oder kaum Nebenwirkungen. Die Anzahl der Patienten und Mediziner, die Phytopharmaka bevorzugen, ist darum in den letzten Jahren wieder gestiegen.


Video Passionsblume:


Benzodiazepin Rezeptor Aktivierung
Die Wirkung von Passionsblume steigt mit steigender Dosis. Auch der Schutz vor epileptischen Anfällen steigt dosisabhängig. Antiepileptische Effekte wurden bereits bei geringen Dosen von Passionsblume im Versuch an Mäusen mit einem methanolischen Passionsblumenextrakt beobachtet. Erwähnenswert ist, dass die antiepileptische Wirkung der Passionsblume aufgehoben wird, wenn ein Blocker des Benzodiazepinrezeptors verabreicht wird. Das bedeutet, dass die antiepileprische Wirkung der Passionsblume mit der Aktivierung des Benzodiazepinrezeptors durch Passionsblume zusammenhängen muss.

GABAerges System
Berichte über die Rolle des GABAergen Systems im Gehirn, welche unter anderem die Wirkung der Passionsblume gegen epileptische Anfälle ausmachen, gehen davon aus, dass die in der Pflanze vorkommenden Flavonoide Rutin und Vixetin für den Schutz vor epileptischen Anfällen zuständig sind. Über das Flavonoid Vitexin gibt es gegenteilige Berichte darüber, dass Vitexin keine Effekte auf das ZNS habe. Die Flavonoide der Passionsblume reagieren wahrscheinlich als benzodiazepinähnliche Moleküle im ZNS. Es liegen Hinweise aus Tierversuchen dafür vor, in denen Flavonoide über GABA-Chloridkanäle Angst, Sedierung und Krampfanfälle beeinflussten.

Das Opioidsystem
Die erfolgreiche Behandlung der physischen Symptome des Opiatentzugs haben Passionsblume in einigen Ländern als Heilpflanze etabliert.

Einige antikonvulsive Wirkungen der Passionsblume sind auf die Aktivierung des Opioidsystems zurückzuführen. Man nimmt an, dass Passionsblume einen speziellen Opioidrezeptor aktiviert, weil dieser Opioidrezeptor im Versuch mit Passionsblume an Ratten für den Schutz gegen Anfälle zuständig war. Der KOR ist ein Opiopdrezeprot, der Dynorphin als Ligand bindet und möglicherweise hat seine Aktivierung antikonvulsive Effekte.1 2

Gut bekannte Phytopharmaka, die an den KOR-Rezeptor binden sind Pfefferminze, Salvia divinorum und die in Pflanzen vorkommende Substanz Ibogain. Der KOR ist für die schmerzlindernde Wirkung von Pfefferminze verantwortlich.3

Zurück zur Passionsblume muss man sagen, dass die Wirkmechanismen der Passionsblume noch nicht restlos aufgeklärt werden konnten. Sie sind komplex und nicht auf einen Rezeptor im ZNS beschränkt. Es liegen eindeutige Belege für die Wirksamkeit der Passionsblume gegen (klonische) Krämpfe bei Ratten vor. Passionsblume könnte also auch für die Behandlung von Epilepsie beim Menschen wirksam sein und als nebenwirkungsarme Alternative in Betracht gezogen werden.4 Ein einziges Molekül aus der Passionsblume scheint aber nicht für die vielfältigen Angriffspunkte im ZNS zuständig zu sein und konnte bisher nicht aus der Passionsblume isoliert werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist die Passionsblume jedoch ein anerkanntes Heilmittel, insbesondere gegen Angst und Nervosität und vielleicht in den nächsten Jahren auch gegen Epilepsie.


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Passionsblume gegen Angst


1https://en.wikipedia.org/wiki/%CE%9A-opioid_receptor#Function
2Tortella FC, Robles L, Holaday JW (Apr 1986). "U50,488, a highly selective kappa opioid: anticonvulsant profile in rats" (PDF). The Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics 237 (1): 49–53. PMID 3007743.
3https://en.wikipedia.org/wiki/Ibogaine


4BMC Complement Altern Med. 2007; 7: 26.
Published online 2007 Aug 8. doi:  10.1186/1472-6882-7-26
PMCID: PMC1973074
Anticonvulsant effects of aerial parts of Passiflora incarnata extract in mice: involvement of benzodiazepine and opioid receptors
Marjan Nassiri-Asl,1 Schwann Shariati-Rad,2 and Farzaneh Zamansoltani3

Donnerstag, 5. November 2015

Passionsblume gegen Angst und Stress

Die Passionsblume, ihr wissenschaftlicher Name lautet Passiflora incarnata L., hat in der Phytotherapie eine lange Geschichte als Anxiolytikum, d.h. als ein Mittel gegen Angstzustände. In vielen verschiedenen Regionen der Welt wurde und wird die Passionblume als ein Medikament dazu verwendet Angst beim Menschen zu behandeln.


Passionsblume Passiflora incarnata L.Blattgold Dr.Becker ®


Das Wort Passionsblume leitet sich nicht von dem englischen Wort "passion", welches "Leidenschaft" bedeutet, ab und ist aber kein Aphrodisiakum, also kein Mittel um die Liebe zu entfachen. Die Passionsblume hat ihren Namen von dem lateinischen Wort "passio", welches Leiden bedeutet und "flos", das auf lateinisch Blume heißt. Passiflora bedeutet also Leidensblume und nicht Leidenschaftsblume.

Zum ersten Mal wurde die Passionsblume von spanischen Entdeckern des frühen 16. Jahrhunderts entdeckt. Passiflora wurde als ein Symbol für die Leiden Christi beschrieben. Der Stempel der Blüte symbolisiert die Nägel mit denen Jesus Christus an sein Kreuz genagelt wurde.

Die Gattung Passiflora umfasst ungefähr 520 Arten, von denen die meisten in warmen und tropischen Regionen wachsen. Die meisten dieser Spezies sind Kletterpflanzen und stammen aus Südamerika, seltener aus Nordamerika, Südostasien und Australien. Die Passionsblume kann sich 8 bis 9 Meter in die Höhe ranken. Medizinisch werden die Blüten, Blätter und Stängel der blauen Passionsblume, Passiflora incarnata L., verwendet, aber nicht ihre Früchte.

Inhaltsstoffe
Die Passionsblume enthält verschiedene Inhaltsstoffe, davon sind die bedeutendsten Flavonoide, Maltol, Cumarinderivate, geringe Mengen ätherisches Öl und in Spuren Alkaloide. Die neuropharmakologische Aktivität der Passionsblume kann derzeit noch nicht auf einen bestimmten Inhaltsstoff zurückgeführt werden. Weder die Alkaloide noch die Flavonoide können nach dem Stand der aktuellen Forschung als wirksame Struktur beschrieben werden.1

Video über die Passionsblume:


Dosierung
Die Tagesdosis für Passionsblumenkraut beträgt 4-8 g verteilt auf mehrere Einzeldosen.

Zu den Wirkmechanismen könnte Sie dieser Link interessieren: An welchen Rezeptoren die Inhaltsstoffe der Passionsblume ansetzen

Ethnopharmakologie
Passionsblume ist in der traditionellen Medizin Westindiens, Mexikos, der Niederlande, Südamerikas und Italiens zur Behandlung von Bronchitis, Asthma, Lungenentzündung und Schlaflosigkeit weit verbreitet. In der traditionellen europäischen Pflanzenheilkunde wird die Passionsblume vornehmlich zur Behandlung von Schlaflosigkeit und Angst verwendet. In Nordamerika wird der Tee aus Passionsblumenkraut als schlafförderndes Mittel getrunken. Passionsblume ist im Martindale (The Extra pharmacopoeia) als pflanzliches Arzneimittel gelistet. Das "Martindale" ist ein Nachschlagewerk bzw. Arzneibuch, das über 6.000 Drogen und Arzneistoffe aus aller Welt enthält. Als schlafförderndes Mittel (Sedativum) und als krampflösendes Mittel (Spasmolytikum) wird Passionsblume in 24 verschiedenen Ländern verwendet. Die Effektivität der Passionsblume bei der Verabreichung gegen Angst wurde von wichtigen medizinischen Institutionen bestätigt, einschließlich The British Herbal Medicine Association im British Herbal Compendium (Passionflower Herb, England) sowie durch die deutsche Kommission E (Passiflora incarnata, Germany).

Die breite Verwendung der Passionsblume hat die Passionsblume zu einer anerkannten Heilpflanze gemacht. Seit geraumer Zeit sind die angstlösenden, schlaffördernden, krampflösenden und mild antimikrobiellen Effekte der Passionsblume gut bekannt. In einigen Studien konnten Hinweise auf die Wirksamkeit von Passionsblume als Mittel gegen Angst, Schlaflosigkeit, ADHS, Bluthochdruck und sogar gegen Krebs gefunden werden. Eine neue Studie belegt sogar die Wirksamkeit der Passionsblume als krampflinderndes Mittel und Antiepileptikum. Die Einnahme von Passionsblume bewirkt quasi einen Ruhezustand des Nervensystems.

Darüberhinaus wird Passionsblume in einigen Ländern auch als Schmerzmittel, Anti-Asthmatikum, Wurmkur sowie zu sedierenden Zwecken, insbesondere in Brasilien, benutzt. Im Irak verwendet man Passionsblume als Schlafmittel und Narkotikum, zur Behandlung von Dysmenorrhoe, Epilepsie, Schlaflosigkeit, Neurosen und in der Türkei auch bei Nervenschmerzen (Neuralgie).

In Polen wird Passionsblume außerdem verwendet um Hysterie und Nervenschwäche (Neurasthenie) zu behandeln, in Amerika wird Passionsblume gegen Durchfall, bei Dysmenorrhoe, Neuralgie, Verbrennungen, Haemorrhoiden und Schlaflosigkeit verwendet. Passionsblume wird in Indien auch eingesetzt, um Opiatabhängigkeit zu behandeln.

Im Irak ist Passionsblume als Fertigpräparat mit dem Namen Pasipay im Handel und wird dort bei nervösen Beschwerden, Angstzuständen, Schlaflosigkeit und muskuläre Verspannungen verschrieben. Ein Kombinationspräparat, welches den Namen ‘’Niak’’ hat und Passionsblumenkraut enthält, wird als Beruhigungsmittel verschrieben.

Oxazepam ist ein Benzodiazepin, das bei generalisierter Angststörung (GAS) verschrieben wird. Bei GAS verselbstständigt sich quasi die Angst und verliert ihre Zweckmäßigkeit und Relation. Der Betroffene erlebt eine generalisierte und anhaltende Angst, die frei flottiert (allseitig umgebend). In den meisten Fällen bestehen unbegründete Sorgen und Befürchtungen vor zukünftigen Unglücken oder Erkrankungen, wodurch der Betroffene kaum oder nicht in der Lage ist die alltäglichen Aufgaben zu bewältigen. Die Angst ruft zuweilen körperliche Beschwerden, d.h. psychosomatische Symptome, wie Zittern, Herzrasen, Schwindel, Derealisation und Depersonalisation, Übelkeit, innere Unruhe, Unfähigkeit sich zu entspannen, Hitzewallungen, Muskelverspannungen, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerz, Benommenheit und Kribbeln hervor.2

Jedenfalls wurde die Wirksamkeit des Benzodiazepins Oxazepam und die Wirksamkeit der Passionsblume bei generalisierter Angststörung verglichen und im Vergleich zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Anxiolytika. Passionsblume ist so effektiv wie das Benzodiazepin, jedoch berichteten die Betroffenen, die das Benzodiazepin erhielten, darüber, dass ihre Angstsymptome schneller geheilt wurden. Hingegen konnten die Betroffenen, welche Passionsblume statt eines Benzodiazepins einnahmen, häufiger ihre Arbeitsstelle trotz ihrer Erkrankung behalten als die Betroffenen der Benzodiazepingruppe. Benzodiazepine haben unangenehme Nebenwirkungen. Neben der Suchtgefahr sind diese vor allem die Beeinträchtigung der Reaktionszeit und bei älteren Patienten erhöht die dauerhafte Einnahme von Benzodiazepin das Risiko, eine Demenz zu entwickeln.3

Die anxiolytische Wirksamkeit der Passionsblume wurde auch noch bei anderen Patientengruppen beobachtet, nämlich bei Patienten, welche vor einem chirurgischen Eingriff und bei Patienten, die vor einem zahnärztlichen Eingriff standen. In beiden Fällen war die Behandlung mit Passionsblume für die Patienten eine akzeptable und hilfreiche Therapie. Grade weil viele Patienten heutzutage Phytopharmaka gegenüber Chemie bevorzugen.4

Weitere Studien zeigten auch antikonvulsive Wirksamkeit von Passionsblume. Eine wichtige Rolle spielen dabei Benzodiazepinrezeptoren. Außerdem sind Opioidrezeptoren in die Antwortgebung des ZNS auf Passionsblume und den Wirkmechanismus eingebunden.5

Zahlreiche Mittel, die Passiflora incarnata L. enthalten, werden als angstlösende und beruhigende Mittel verschrieben. Dieses Vorgehen basiert auf der langen Geschichte des traditionellen Gebrauches von Passionsblumen. In präklinisch Studien wurde das weite Spektrum an pharmakologischen Wirkungen der Passionsblume bestätigt. Darunter sind insbesondere die angstlösenden, beruhigenden, hustenlindernden, antiasthmatischen und antidiabetischen Wirkungen hervorzuheben. Die Passionsblume besitzt ein gutes Sicherheitsprofil und kaum Nebenwirkungen.6 Leichte Nebenwirkungen wurden lediglich in einer Studie berichtet. Die Nebenwirkungen der Passionsblume waren Schwindel, Benommenheit und Verwirrtheit. Demgegenüber zeigen Studien, dass bei der Behandlung mit Passionsblume der Nutzen überwiegt, insbesondere als Mittel um Angst zu lösen.7

Quellen:
1Neuropharmacological Activity of Extracts from Passiflora incarnata
E. Speroni1 , A. Minghetti2
1Instituto di Farmacologia, Via Irnerio, 48, Facoltá di Farmacia, Universitá di Bologna, I-40126 Bologna, Italy.
2Dipartimento di Scienze Farmaceutiche, Via Belmeloro, 6, Facoltá di Farmacia, Universitá di Bologna, I-40126 Bologna, Italy.
2https://de.wikipedia.org/wiki/Generalisierte_Angstst%C3%B6rung
3https://en.wikipedia.org/wiki/Generalized_anxiety_disorder
4J Dent (Shiraz). 2013 Jun; 14(2): 68–72.
PMCID: PMC3977550
The Efficacy of Passiflora Incarnata Linnaeus in Reducing Dental Anxiety in Patients Undergoing Periodontal Treatment
N Kaviani,a M Tavakoli,b MR Tabanmehr,c and RA Havaeid
5BMC Complement Altern Med. 2007; 7: 26.
Published online 2007 Aug 8. doi:  10.1186/1472-6882-7-26
PMCID: PMC1973074
Anticonvulsant effects of aerial parts of Passiflora incarnata extract in mice: involvement of benzodiazepine and opioid receptors
Marjan Nassiri-Asl,1 Schwann Shariati-Rad,2 and Farzaneh Zamansoltani3
6J Ethnopharmacol. 2013 Dec 12;150(3):791-804. doi: 10.1016/j.jep.2013.09.047. Epub 2013 Oct 17.
Passiflora incarnata L.: ethnopharmacology, clinical application, safety and evaluation of clinical trials.
Miroddi M1, Calapai G, Navarra M, Minciullo PL, Gangemi S.
7Nutritional and herbal supplements for anxiety and anxiety-related disorders: systematic review
Shaheen E Lakhan* and Karen F Vieira
Nutrition Journal 2010, 9:42  doi:10.1186/1475-2891-9-42
The electronic version of this article is the complete one and can be found online at:http://www.nutritionj.com/content/9/1/42