Mittwoch, 25. November 2015

Erstattung pflanzlicher Arzneimittel auf Grünem Rezept

Insbesondere in der Erkältungszeit werden von Ärzten viele Grüne Rezepte mit Phytopharmaka gegen Erkältungen verschrieben. Kaum ein Patient weiß, dass 60 % aller Krankenkassen auch für pflanzliche Arzneimittel die Kosten erstatten, wenn man das Grüne Rezept zusammen mit der Apothekenquittung und der Kontonummer bei der Krankenkasse einreicht.

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Seit dem 01.01.2012 ist es nach dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz gesetzlichen Krankenkassen freigestellt, pflanzliche Arzneimittel (Phytotherapeutika) ohne den Abschluss eines Zusatztarifes zu erstatten.

Diese freiwillige Leistung hinsichtlich der Erstattung von pflanzlichen Arzneimitteln der gesetzlichen Krankenkassen ist jedoch sehr variabel und kann sogar bei der gleichen Krankenkasse je nach Bundesland ganz unterschiedlich sein.  
Als Patient sollte man sich bei seiner gesetzlichen Krankenkasse erkundigen ob und in welchem Umfang pflanzliche Arzneimittel erstattet werden. Krankenkassen können diesen Zusatzservice anbieten, sind aber nicht dazu verpflichtet! Rund 60 Prozent der Krankenkassen in Deutschland übernehmen auf freiwilliger Basis die Kosten für bestimmte Phytoparmaka, die zwar apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig sind. Pflanzliche Präparate aus dem Reformhaus werden auf keinen Fall übernommen, da sie nicht den Qualitätsstandards von Phytopharmaka entsprechen.

Auf neueren Vordrucken für Grüne Rezepte steht folgender Satz geschrieben: "Dieses Rezept können Sie bei vielen gesetzlichen Krankenkassen zur Voll- oder Teilerstattung als Satzungsleistung einreichen." Das soll den Patienten auf eine mögliche Kostenübernahme durch Krankenkassen aufmerksam machen, wenn ihm ein "Grünes Rezept" verordnet wird.

Die genaue Höhe der Rückzahlung, ebenso nähere Details und sonstige Konditionen erfragt man als Patient direkt bei der Krankenkasse und nicht beim Arzt. Je nach Krankenkasse liegt die Rückzahlung meistens zwischen 100 und 150 Euro pro Jahr. In den meisten Fällen wird nur erstattet, wenn eine ärztliche Verordnung auf dem Grünen Rezept vorliegt und nicht wenn das pflanzliche Arzneimittel ohne ein Rezept in der Apotheke gekauft wurde. Manche Krankenkassen erstatten einen gewissen Betrag, fordern aber eine Kostenbeteiligung an den Phytopharmaka

Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gelten "Verordnungsausschlüsse" nicht. Unter einem Verordnungsausschluss ist dies zu verstehen, Zitat aus dm Bericht zum Verordnungsausschluss von Fertigarzneimitteln gemäß AM-RL des G-BA vom März 2014:

"Die Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und
ihre Anlage schließen Arzneimittel-Gruppen und Arzneimittel-Wirkstoffe von der Verordnung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus oder schränken die Verordnung ein. Gründe hierfür können Unwirtschaftlichkeit bei ungünstigem Kosten-/Nutzen-Verhältnis oder ein ungünstiges Risiko-/Nutzen-Profil sein."1

Für den Arzt gilt folgende Vorgehensweise zur Möglichkeit der Erstattung von Phytopharmaka für seine Patienten:
  • Der Arzt verordnet ein Phytoharmakon auf ein Privatrezept oder "Grünes Rezept"
  • Der Patient kauft das pflanzliche Arzneimittel in der Apotheke und reicht das Grüne Rezept mitsammt der Apothekenquittung bei seiner gesetzlichen Krankenkasse ein.
  • Die Krankenkasse überweist dem Patienten je nach ihren Bedingungen einen bestimmten Betrag, den sie erstattet aus das ihr mitgeteilte Konto.
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Quellen:

1 https://www.kvwl.de/arzt/verordnung/arzneimittel/info/agavm/amrl_fertigarzneimittel_verordnungsausschl_agamv.pdf
2. Rodisma-Med Pharma GmbH

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