Samstag, 28. März 2015

Diffuse Angststörung und wie die Natur hilft

Pan et Syrinx Peter Paul Rubens circa 1636. From Wikimedia Commons


Einleitend wird zum besseren Verständniss das Krankheitsbild der diffusen Angststörung kurz erläutert. Als Quelle dafür diente "Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: Ein Lehrbuch auf psychoanalytischer Grundlage von Michael Ermann". Dann werden naturheilkundliche Therapiemöglichkeiten bei diffuser Angststörung, nämlich Kava-Kava, Johanniskraut, Passionsblume und ätherisches Öl der Blüten der Bitterorange (Neroli) und der Anisverbene besprochen.

Video über die Passionsblume:




Diffuse Angststörungen
Diffuse Angststörungen umfassen Panikstörungen und generalisierte Angststörungen.
Angst ist ein Gefühlszustand der Bedrängung oder Bedrohung, der mit körperlichen Begleiterscheinungen verbunden ist. Irrationale und übertriebene Angst als Symptom wird als neurotische Angststörung bezeichnet. Neurotische Ängste sind Relikte nicht verarbeiteter Ängste aus der Kindheit, die durch Verdrängung im Unbewussten fortbestehen. Bei der Panik sind die Angstsymptome ungebunden, d.h. nicht auf Objekte bezogen, diffus und anfallsartig. Das dazugehörige Syndrom ist die diffuse Angststörung, die in Panikattacken und generalisierte Angststörung (GAS) unterteilt wird. Neben psychologischen Faktoren werden heute vor allem neurobiologische Modelle zur Erklärung der Angst herangezogen. Im Zentrum des Interesses steht dabei das limbische System, Regulationsprozesse im Bereich des Mandelkerns (Amygdala), des Hippocampus und des Hypothalamus, da diese Gehirnstrukturen die entscheidende Rolle bei der Entstehung und Verarbeitung der Angst haben.

Panik (Angstattacken)
In den Metamorphosen von Ovid verschmäht die Nymphe Syrinx die Liebe Pans. Auf der Flucht in "panischer Angst" vor ihm wird sie auf ihr Bitten hin in Schilfrohr verwandelt. Die Redewendungen "panische Angst haben" und "in Panik geraten"  gehen auf den griechischen Gott Pan zurück. Er jagte in der griechischen Mythologie nicht nur der Nymphe Syrinx, sondern auch z.B. ruhenden Herdentieren „panischen Schrecken“ ein.
In den Klassifikationssystemen psychischer Störungen DSM-IV ist Panik als eine klar abgrenzbare Episode intensiver Angst definiert die von Vernichtungsgefühlen geprägt ist, bei der mindestens 4 der nachfolgend genannten Symptome plötzlich auftreten und innerhalb von 10 Minuten einen Höhepunkt erreichen. Dazwischen bestehen angstfreie Intervalle:
  1. Palpitationen (Herzrasen), Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag,
  2. Schwitzen,
  3. Zittern oder Beben,
  4. Gefühl der Kurzatmigkeit oder Atemnot,
  5. Erstickungsgefühle,
  6. Schmerzen oder Beklemmungsgefühle in der Brust,
  7. Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden,
  8. Schwindel, Unsicherheit, Benommenheit oder der Ohnmacht nahe sein,
  9. Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (sich losgelöst fühlen),
  10. Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden,
  11. Angst zu sterben (Todesangst),
  12. Parästhesien (Taubheiten oder Kribbelgefühle),
  13. Hitzewallungen oder Kälteschauer."1
Die Angstauslöser werden von den Betroffenen meistens nicht wahrgenommen. Es wird eine diffuse Gefährdung erlebt, wenn Lebensveränderungen das Sicherheitsgefühl und die innere Orientierung in Frage stellen. Panikanfälle können chronifizieren und im Verlauf zu einer Phobie werden. Die Panikstörung wandelt sich dann in eine phobische Angststörung mit Panikstörung. Später stehen oft Hyperventilation und Herz-Angst-Anfälle im Zentrum des Krankheitsbildes und die Panik wird zur Somatisierungsstörung. Neurotische Somatisierungsstörungen bei denen Angstaffekte abgewehrt werden, haben eine geringe Spontanheilung. Nach neuerer Auffassung kann man annemen, dass diese Ängste einen präsymbolischen Erlebniszustand repräsentieren, der nicht durch Mentalisierung begrifflich gefasst worden ist. Es ist die Fragmentierungs- und Verlassenheitsangst des Säuglings und Kleinkindes welche als Identitätsdiffusion, Vernichtungsangst und Angst vor dem Alleinsein in der Panikattacke wieder auftaucht. Ursache können z.B. Trennungen und traumatische Objektverluste in der Frühphase des Lebens sein. Eine typische Auslösesituationen ist bei der Panik z.B. der Verlust von Menschen die als Angstschutz dienen. Daneben findet man Panikattacken auch bei narzistischen und hysterischen Persönlichkeiten.

Generalisierte Angststörung
Panik, Phobie und Hypochondrie sind im Alltag nicht strikt voneinander zu trennen und im Verlauf vereinheitlicht sich das Bild zu einer generalisierten Angststörung. Panik wird immer stärker mit Umgebungsfaktoren assoziiert und auf das Körpererleben ausgedehnt. Die Ängste weiten sich auf immer mehr Situationen aus. Hypochondrische Besorgnis gipfelt in Angstanfällen. Phobie wird zur panikartigen Angst, wenn die angstauslösende Situation nicht vermieden werden kann. Die multiplen chronischen Ängste sind nicht mehr auf einen spezifischen Auslöser zu beziehen. Psychische Begleitsymptome und körperliche Symptome kommen hinzu. Es handelt sich bei der generalisierten Angststörung meistens um die Chronifizierung und Ausweitung anderer Angststörungen. Hintergründe und Auslöser sind in der Dynamik der ursprünglichen Panikstörung bzw. Phobie zu finden.

Bedeutung der Heilpflanzen
In der ethnomedizinischen Ethnopharmakologie, hat ein Heilmittel noch viel mehr Bedeutung als nur die Beschränkung auf die wirksamen Inhaltsstoffe, die es besitzt. Medikamente haben kulturelle und symbolische Bedeutungen die eine kraftvolle Rolle bei der Heilung spielen, wodurch sogar der biologische Effekt des Heilmittels auf den menschlichen Körper beeinflusst wird. Kulturelle Überzeugungen über Heilmittel können wie Hilfsmittel wirken, um die Wirkung eines Mittels zu verbessern. Dies gilt sowohl für Placebos als auch für Medikamente. Diese Verbesserung der medizinischen Eigenschaften eines Heilmittels durch eine veränderte Wahrnehmung, den 'Effekt der Bedeutungskraft', ist wie der "Placeboeffekt", aber mit der Betonung auf den symbolischen Wert der Medikation. Pfanzen die kulturell hervorstechen, haben diese Art von geteilter Bedeutung, z.B. wurden Zauberpflanzen wie der Alraune besondere magische Fähigkeiten zugeschrieben. Zu all diesen Zauberpflanzen gibt es Sagen und Volksmärchen, die heute in Vergessenheit geraten sind. Insbesondere bei einer emotionalen Störung wie diffuser Angststörung ist der symbolische Heilungsaspekt eines Medikaments enorm wichtig.2

Kava-Kava
In Polynesien wird der Kava-Kava Trank als ritueller "Stimmungsaufheller" und "Muntermacher" bei Festen getrunken. Die Behandlung im medizinisch-therapeutischen Setting mit Kava-Kava (Rauschpfeffer, Piper methysticum) reduziert Symptome der Angst bei Patienten mit generalisierter Angststörung, nicht- psychotischen Angstzuständen und anderen Angsterkrankungen. Standardisierte Kava-Kava-Wurzelstock-Präparate sind aus der Gruppe der pflanzlichen Anxyolytika (bedeutet wörtlich Angstauflöser) mit Abstand das Medikament der ersten Wahl, stehen aber seit 2002 in Deutschland nicht mehr als Medikament zur Verfügung wegen des Verdachts auf Leberversagen in einigen Fällen. Siehe hierzu eine Analyse der Uni Münster
Analyse derNebenwirkungsfälle zu Kava
Eine andere Heilpflanze mit einer so starken angstlösenden Wirkung wie Kava-Kava existiert nicht. Der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahrung empfiehlt daher eine Verschreibungspflicht, eine Tages-Dosisbeschränkung aus max. 120 mg Kavapyrone, eine zeitlich begrenzte Einnahme von max. 2 Monaten und die Bestimmung der Leberwerte vor und nach Einnahme von Kava-Kava.3
Weitere Heilpflanzen gegen Angst sind Johanniskraut und Passionsblume. Erst an zweiter Stelle, wegen der geringeren Wirkstärke, stehen Johanniskrautextrakte, die jedoch nicht bei diffusen Angststörungen sondern eher bei Angstzuständen in Verbindung mit depressiven Zuständen wirksam sind. Die Therapie mit Passionsblume ist noch bei Angst und Unruhe zu empfehlen. Eine alleinige Therapie mit Johanniskraut und Passionsblume bei Angststörungen ist aber nicht empfehlenswert, sondern nur begleitend zu einer Psychotherapie anzuraten. Diese Heilpflanzen eignen sich zur komplementären Therapie von leichten bis mittelschweren Angstzuständen und sie müssen längerfristig eingenommen werden.


Johanniskraut (Hypericum perforatum) Blattgold Dr.Becker ®

Aromatherapie bei diffuser Angststörung
Insbesondere das Neroli genannte ätherische Öl aus den Blüten der Bitterorange hat den Ruf ein Notfallöl und "Angstöl"zu sein. Es hat eine starke psychische Wirkung. Napoleon benutzte es auf seinen Feldzügen gegen seine Angst.4 Aufgrund seiner stimmungsaufhellenden, spannungsmindernden Wirkung ist es dafür geeignet Ängste, die durch seelische Verletzungen und Schock entstanden sind, abzubauen.Auch das ätherische Öl der Anisverbene (Lippia alba), eines aromatisch duftenden Strauches aus den Tropen, ist gut wirksam bei Angstzuständen. Das ätherische Öl wird medizinische wegen seiner beruhigenden, antidepressiven und schmerzlindernden Eigenschaften verwendet.6 Die Blätter werden auch eingesetzt, um Lebensmittel zu aromatisieren. Anisverbene ist vor allem in Zentral- und Südamerika als Beruhigungsmittel gebräuchlich, wegen seiner angstlösenden Eigenschaften bei generalisierten Angststörung. Carvon ist ein Inhaltsstoff der Anisverbene, der für die Wirkung als Beruhigungsmittel verantwortlich ist.
Carvon ist der aktive Inhaltsstoff ätherischer Öle, die als Beruhigungsmittel verwendet werden und wirkt direkt im ZNS. Wahrscheinlich interagiert Carvon mit GABA A-Rezeptoren im Gehirn wodurch Neurone gehemmt werden, die modulierend tätig sind. Carvone hemmt Gehirnregionen wie den Mandelkern (Amygdala) und das Septum des Hippocampus. Die Septumregion liegt an der Schnittstelle zwischen Hippocampus und Hypothalamus und ist in emotionale, vegetative und Gedächtnisleistungen involviert.7 Die Strukturen die durch das ätherische Öl der Anisverbene moduliert werden sind für einen Subtyp menschlichen Verhaltens, nämlich defensives Verhalten in Konfliktsituationen wie Annäherungs-Vermeidung zuständig.8
Psychisch wirkt das ätherische Öl der Patschulipflanze in niedriger Dosierung beruhigend, in hohen Dosen eher stimulierend. Massagen und Bäder mit dem ätherische Öl wirken stimulierend und tonisierend bei ÄngstenStressSchlafstörungen und Erschöpfung. Zudem wird das ätherische Öl der Patschulipflanze als Aphrodisiakum verwendet. Quelle


Patschulipflanze (Pogostemon cablin)  Blattgold Dr.Becker ®




Fazit
Für die Therapie akuter Angststörungen wie der Panik sind Heilpflanzen eigentlich nicht besonders gut geeignet, es sei denn sie haben für den Nutzer eine besondere symbolische Bedeutung, wie z.B. Neroli, das als das Notfallöl schlechthin gilt. Bei der generalisierten Angststörung sieht es besser aus, weil hier eine mittel- bis langfristige Therapie mit den genannten Heilpflanzen durchgeführt werden kann. Der Vorteil von Heilpflanzen ist in jedem Fall, dass sie entspannend und angstlösend wirken ohne Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Abhängigkeit zu verursachen wie z.B. Benzodiazepine. Zusätzliche Maßnahmen wie Autogenes Training zur Entspannung und Psychotherapie sind in jedem Fall sinnvoll.


Bei generalisierter Angststörung soll die Passionsblume gute Dienste leisten. Mehr unter dem Link Passionsblume.

Video über Passionsblume: 



Diese Posts könnten Sie auch interessieren:

Burnout und was man selbst dagegen tun kann



Autogenenes Training - was und für wen ist das?



Ätherisches Öl und angstlösende Aromatherapie



Quellen:

1http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psychische_Storungen/Angst/Panik/panik.htm
2J Ethnobiol Ethnomed. 2010; 6: 9.
Published online 2010 Feb 17. doi: 10.1186/1746-4269-6-9
PMCID: PMC3583188
Ethnomedicine and ethnobotany of fright, a Caribbean culture-bound psychiatric syndrome
Marsha B Quinlancorresponding author1
3Schilcher, Kammerer. Leitfaden Phytotherapie. 2. Auflage. Urban & Fischer. S.129
4Aromatherapie. Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis. Wabern, Beier. Urban & Fischer Verlag. 1. Auflage 2009. S.240
5Praxis Aromatherapie: Grundlagen - Steckbriefe - Indikationen
von Monika Werner,Ruth von Braunschweig
6http://en.wikipedia.org/wiki/Lippia_alba
7https://www.dasgehirn.info/entdecken/anatomie/das-septum
8Braz J Med Biol Res. 2012 Mar; 45(3): 238–243.
Published online 2012 Feb 27. doi: 10.1590/S0100-879X2012007500021
PMCID: PMC3854189
Anxiolytic effects of repeated treatment with an essential oil from Lippia alba and (R)-(-)-carvone in the elevated T-maze
V.Y. Hatano,1 A.S. Torricelli,1 A.C.C. Giassi,2 L.A. Coslope,3 and M.B. Viana1

Montag, 16. März 2015

Burnout und was man selbst dagegen tun kann

John William Waterhouse [Public domain], via Wikimedia Commons


Wer ein Burnout hat, hat vielleicht das Gefühl, die tägliche Arbeit sei ein Fass ohne Boden. Ein sprichwörtliches Danaidenfass zu füllen ist eine mühsame, nutzlose und frustrierende Arbeit ohne Ergebnis. Die Danaiden wurden nie erlöst. Bei Burnout gibt es aber im Gegensatz zum Danaidenfass einen Weg hinaus ins Leben zurück.

Immer mehr Arbeit, die in einer bestimmten Zeiteinheit geleistet werden muss, starke Belastungen und Stresserleben am Arbeitsplatz führen in einigen Fällen zum Zustand seelischer Erschöpfung. Burnout steht am Ende einer langanhaltenden Überforderung ohne angemessenen Ausgleich. Man sollte Burnout nicht mit Stress oder Depression verwechseln, deshalb geht es erstmal um das Konzept, die Symptome und einzelnen Phasen des Burnouts.

Das Konzept Burnout
Im deutschsprachigen Raum war es vor allem der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer, der 1977 eine Abhandlung über die seelischen Problematik der helfenden Berufe veröffentlichte (Die hilflosen Helfer, 1977). Schmidbauer führte den Begriff des Helfersyndroms ein. Die Helferpersönlichkeit die sich zu viel Selbstbelastung zumutet stürzt am Ende wie Ikarus ab. Dies wird individuumzentrierter Ansatz genannt. Zum anderen wird die Ursache von Burnout in der Arbeitssituation gesucht. Dieser Ansatz ist situations-, organisations- und arbeitszentriert. Die Ursachen für Burnout sind demnach organisatorische und institutionelle Bedingungen sowie dysfunktionale Kommunikationsstrukturen in Organsiationen. Burnout kann demnach auch als Folge auf stresshafte berufliche Beanspruchungen aufgefasst werden und entsteht in der sozialen Interaktion. Ausserdem gibt es den soziologischen Ansatz der „Entfremdung der Arbeit“, welcher die Entfremdung als Hauptgrund für Burnout ansieht.

Die Burnoutsymptome
Nach Maslach (1976) gibt es drei Burnoutsymptome: 
Emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und reduziertes persönliches Wirksamkeitserleben.
Emotionale Erschöpfung zeigt sich durch chronische Müdigkeit, Energielosigkeit, Hoffnungs- und Hilflosigkeit, emotionale Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, dysfunktionale Denkmuster, eine negative Einstellung zu sich selbst, zur Zukunft und zur Welt, Selbstbeschuldigungen und psychosomatische Beschwerden (z.B. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit ohne erkennbare Ursache)
Depersonalisation meint, dass die eigene Person, das Denken und Fühlen sowie die Umgebung verändert erscheinen, wodurch die Empfindung von Unwirklichkeit entsteht. Es entsteht das Gefühl, es sei gar nicht der eigene Körper, das eigene Selbst oder die gewohnte Umgebung. Das Leben kann als fern, fremd und wie gemacht erscheinen, als beobachte man ein fremdes Leben. Diese Zustände sind von Unbestimmtheit und Gefühlsverlust begleitet und können dem Betroffenen auch Angst machen.
Ein reduziertes persönliches Wirksamkeitserleben und das Gefühl verminderter Leistungsfähigkeit zeigt sich dadurch,dass Betroffene sich nicht tatkräftig, effizient und kompetent fühlen. Sie haben das Gefühl ihre Arbeit nicht erfolgreich auszuführen.

Die Burnoutphasen
Neben den Burnoutsymptomen wurden auch 4 Burnoutphasen von Bronsberg & Vestlund (1987) beschrieben. Die ersten drei Phasen (Enthusiasmus, Stagnation, Frustration) kennt vielleicht jeder, der schon einmal gearbeitet hat. Vorgesetzte wünschen sich Mitarbeiter, die immerzu in der enthusiastischen Phase sind, was ganz unrealistisch ist, denn jeder Arbeitnehmer braucht auch mal Ruhezeiten. Gefährlich für die psychische Gesundheit ist, wenn die Frustrationsphase zu lange andauert und wirklich kritisch wird es wenn die apathische Phase einsetzt.
1.Die enthusiastische Phase: Man strengt sich an, macht Überstunden, die Arbeit macht Spaß. Fehlschläge werden gut weggesteckt.
2.Die Stagnationsphase: Die erhofften Resultate der eigenen Bemühungen bleiben aus und es entsteht das Gefühl nichts vorwärtszubringen. „Ich isoliere mich, um
mich selbst zu schützen.“
3.Die Frustrationsphase: Die Arbeit wird in Frage gestellt und die Haltung zur Arbeit wird negativ. Ein Gefühl der Machtlosigkeit kommt auf.
4.Die apathische Phase: Man verliert das Interesse an der Arbeit. Resignation tritt ein, nicht nur vor der Arbeit, sondern auch vor den Möglichkeiten, etwas zu verändern. Das mangelnde Selbstvertrauen bleibt nicht auf die Arbeit beschränkt, sondern breitet sich in Private aus.

Die Ausmaße und Ausprägungen von Burnout sind vielfältig und reichen von emotionaler Erschöpfung und emotionalem Rückzug, Depression und Wendung gegen das Selbst (siehe Lazarus 1975) über Depersonalisierung, mentalen Rückzug und schizoides Erleben bis hin zu dem Gefühl reduzierter Selbstwirksamkeit und Verlust von Kompetenzgefühl. Grade wegen dem Gefühl der verminderten Selbstwirksamkeit kann es besonders schwer sein selber etwas gegen das eigene Burnout zu unternehmen oder sich Hilfe zu holen. Neben der Aufarbeitung möglicherweise zugrunde liegenden Denkmuster, z.B. bei einer Helferpersönlichkeit, kann man die Symptomatik manchmal mit Hilfe von ganz pragmatischen Mitteln eindämmen. In der Schulmedizin kommt eine gezielte und systematische Behandlung des Burnout-Syndroms jedoch kaum vor. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Messgrößen für Burnout sich mit Messgrößen z. B. für Depression, Neurotizismus, Stress, Unzufriedenheit mit der Arbeitssituation oder Angststörungen stark überschneiden.1

Natürliche Helfer bei Burnout
Viele Heilpflanzen und ätherische Öle helfen gegen die Dimensionen in denen sich Burnout bewegt, nämlich Stress, Angst, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, emotionale Erschöpfung, Depression, Energielosigkeit, Reizbarkeit, psychosomatische Beschwerden. Psychosomatische Beschwerden entstehen unter dem Einfluss von unbewussten emotionalen Zuständen, die auf körperlicher Ebene bearbeitet werden. Deshalb können hier nur die Symptome gelindert werden, notwendig ist bei psychosomatischen Beschwerden eine Psychotherapie, um die Ursachen anzugehen.

Die wichtigsten Arzneipflanzen bei Schlafstörungen, Unruhe, Nervosität und Angst wie sie beim Burnout vorkommen können sind Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Johanniskraut, Kava-Kava, Lavendelblüten, Melissenblätter, Passionsblumenkraut, Goldmohn. 

Videos über die Passionsblume und über Goldmohn:








Bei Schlaflosigkeit können pflanzliche Präparate helfen den dringend benötigten Erholungsschlaf zu bekommen. Pflanzliche Beruhigungsmittel sind eine sehr gute Alternative zu synthetischen Medikamenten zur Linderung der Symptome von Angststörungen und Schlaflosigkeit. Zudem sind sie gut verträglich und nebenwirkungsarm. Heilpflanzen sind vorwiegend zur Therapie nervös bedingter Einschlafstörungen geeignet, nicht bei Durchschlafstörungen. Mehr über die Therapie mit Arzneipflanzen bei Schlaflosigkeit steht in dem Artikel Pflanzliche Beruhigungsmittel. Phytopharmaka eignen sich insbesondere sehr gut zur Therapie von Burnout in Kombination mit Entspannungstherapie oder autogenem Training. Autogenenes Training - was und für wen ist das?

Ätherische Öle werden aus Heilpflanzen gewonnen und können beispielsweise das vegetative Nervensystem in Richtung Ruhe oder Aktivität beeinflussen. Die olfaktorische Stimulation des Geruchssinns über ätherisches Öl der Grapefruit erhöht die Aktivität des Sympathikus und den Blutdruck.2 Es macht also aktiver. Ätherische Öle haben aber auch eine Wirkung auf das psychische Befinden und können Erinnerungen und Emotionen wach rufen. Zimt erinnert vielleicht an schöne Weihnachten und Rosenduft an die Liebe. Welche Emotionen Düfte hervorrufen ist eine sehr individuelle Sache und stark mit persönlichen Erlebnissen verknüpft. Siehe hierzu die Artikel Durch Aromatherapie ausgelöste Basisemotionen und Aromatherapie - Duft und Erinnerungen

Rücken- und Nackenschmerzen können auf einer Verkrampfung der Nackenmuskulatur beruhen, die durch ständige Anspannung und Angriffs- bzw. Verteidigungshaltung zustande kommt. Eine bekannte Redewendung ist „ein Päckchen/Kreuz zu tragen haben“, „Es läuft mir kalt den Rücken runter“, „in den Rücken fallen“, „mit dem Rücken zur Wand stehen“. Mit einem warmen, duftenden Wickel kann man sich „den Rücken stärken“. Eine schöne Anleitung zur Herstellung eines Lavendel-Mandarine Ölwickel findet man in dem Artikel  Aromatherapie bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft.


Eine Duftlampe mit ätherischem Öl von Zitrusfrüchten kann gegen die Müdigkeit, Energielosigkeit  helfen. Die antidepressive Wirkung von Zitrusdüften wird dem Citral zugeschrieben, das einer der Hauptbestandteile von Zitrus-Düften ist. Wenn man einen Zitronentee frisch mit der Schale der Zitrone zubereitet kann man die positive Wirkung des ätherischen Öls beim Teetrinken nutzen. In geringen Mengen können ätherische Öle nämlich innerlich zu Therapiezwecken eingenommen werden.




Ablenkend vom Burnout sind angenehme Gedanken oder sensorische Erlebnisse, z.B. wohlriechende Düfte ätherischer Öle. Als ein Anwendungsbeispiel sei ein Meersalzbad mit Jasmin genannt, das durch die Wärme des Wassers die wegen psychosomatischer Gründe verkrampfte Muskulatur entspannt und mit seinem Duft die Sinne betört. Das soll helfen die Gedanken von der Arbeit abzulenken und einen Ausgleich schaffen. Ein Rezept dazu findet man in diesem Artikel. Ätherisches Öl und Meersalz für die Balneotherapie Es kann auch ein anderes ätherisches Öl statt Jasmin aus der Liste der ätherischen Öle gegen Stress und Angst genommen werden. 





Vorher ist aber ein Allergietest in der Ellenbeuge mit verdünntem ätherischen Öl zu empfehlen. Siehe hierzu auch Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Ein Kraut, dessen ätherisches Öl nachweislich gegen Burnout hilft ist übrigens Basilikum. Ein Tipp ist frisches Basilikum an das Essen zu geben. Basilikum ist als Küchenkraut bekannt, hat aber auch medizinische Eigenschaften. Das ätherische Öl ist zur Stärkung der Nerven in der Aromatherapie indiziert. Die Inhalation ätherischer Öle reduziert das gefühlte Level des Burnouts. Dies wurde an den ätherischen Ölen von Basilikum, Pfefferminze und Immortelle untersucht.3 



Welche Wirkmechanismen bei diesen drei ätherischen Ölen eine Rolle spielen ist nicht ausreichend erforscht. 




Vermutlich helfen auch noch weitere ätherischer Öle gegen Burnout, die gegen Stress und Angst wirsam sind. Die Wirkmechanismen ätherischer Öle bei Burnout sind bisher nur ansatzweise und noch nicht abschließend untersucht worden.


Hier sind ein paar für Burnout passende ätherische Öle aus Aromatherapie - Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis von Wabner und Beier:

Relevante Öle bei Schlafstörungen: Bergamotte, Geranie, Cardamom, Lavendel, Majoran, Mandarine rot, Melisse, Neroli, Orange, Rose, Rosenholz, Sandelholz, Schwarzkümmel.

Relevante Öle bei Angst und Stress: Angelika, Geranie, Jasmin, Römische Kamille, Lavendel, Melisse, Majoran, Muskatellersalbei, Neroli, Orange, Rose, Palmarosa, Vanille, Vetiver, Narde, Weihrauch, Ylang-Ylang, Patchouli.

Psychisch wirkt das ätherische Öl der Patschulipflanze in niedriger Dosierung beruhigend, in hohen Dosen eher stimulierend. Massagen und Bäder mit dem ätherische Öl wirken stimulierend und tonisierend bei ÄngstenStressSchlafstörungen und Erschöpfung. Zudem wird das ätherische Öl der Patschulipflanze als Aphrodisiakum verwendet. Quelle

Schnelle Hilfe bei Schlafstörungen bringt 1 Tropfen Lavendel in den Händen zu verreiben und die Hände beim Einschlafen in die Nähe des Gesichts zu legen. Man kann sich aber auch ein richtiges Schlaföl mischen und es vor dem Schlafen auftragen, ein Rezept dazu ist in dem Artikel Ätherisches Öl und angstlösende Aromatherapie beschrieben.

Aromatherapie hat einen stressabbauenden Effekt und schützt vor Burnout. Geeignete ätherische Öle sind Lavendel, Ylang-Ylang, Römische Kamille und Zitrusdüfte, darunter insbesondere ätherisches Öl der süssen Orange. Die innerliche Einnahme von ätherischem Öl von Lavendel in Form von Kapseln ist möglich und hat schlaffördernde und anxiolytische Wirkung. Aromatherapie ist eine effektive Möglichkeit ohne viel Aufwand Burnout durch kleine Erholungspausen und Ruheoasen im Alltag, vorzubeugen. Aromatherapie kann in Form von Raumbeduftung in Arbeitszimmern, Büroräumen zu Hause eingesetzt werden und kann als eine Strategie gegen Burnout genutzt werden um ein harmonisches Arbeitsumfeld zu schaffen um zu mehr innerer Ruhe, Ausgeglichenheit und Stabilität zu finden. Einige Studien zu dem Thema sind in diesem Artikel angeführt Wie Aromatherapie vor Burnout schützt.

Da es bei der Therapie des Burnout darum geht wieder zu sich zu finden (Stichwort: Depersonalisation) wäre grade für Menschen mit Burnout Wellness ein ganz wichtiger Punkt, um sich wieder zu spüren. Kosmetik mit ätherischen Ölen kann einen Beitrag leisten sich selbst anzunehmen und sich besser zu spüren. Ein Körperöl mit ätherischem Öl der Rose hat beispielsweise eine stressmindernde Wirkung. Ein Rezeptvorschlag zum selbermischen findet man in dem Artikel Naturkosmetik mit ätherischem Öl der Rose für Mütter.




Bei Angst und Nervosität soll die Passionsblume gute Dienste leisten. Mehr unter dem Link Passionsblume.





Quellen:
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Burnout-Syndrom
2 Georg Thieme Verlag KG Stuttgart.New York.
Auton Neurosci. 2008 May 30;139(1-2):1-8. doi: 10.1016/j.autneu.2007.12.001. Epub 2008 Jan 16.
Effects of olfactory stimulations with scents of grapefruit and lavender oils on renal sympathetic nerve and blood pressure in Clock mutant mice.
Tanida M1, Shen J, Niijima A, Yamatodani A, Oishi K, Ishida N, Nagai K.
3 J Altern Complement Med. 2013 Jan;19(1):69-71. doi: 10.1089/acm.2012.0089. Epub 2012 Nov 9.
Effect of inhaled essential oils on mental exhaustion and moderate burnout: a small pilot study.
Varney E1, Buckle J.
Michael Ehrmann. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Ein Lehrbuch auf Psychoanalytischer Grundlage. 5. überarbeitete Auflage.
Aromatherapie: Grundlagen, Wirkprinzipien, PraxisVon Dietrich Wabner, Christiane Beier. 1. Auflage
Leitfaden Phytotherapie. Heinz Schilcher, Susanne Kammerer. 2. Auflage. Urban & Fischer 2003.

Sonntag, 8. März 2015

Mein Morgenkaffee

Mein Morgenkaffee Blattgold Dr.Becker ®

Hier ist mein Morgenkaffee. Seit Jahren trinke ich ihn aus dieser roten Tasse mit einem Herz. Die Morgenkaffee-Tasse habe ich vor 4-5-Jahren von meinem Mann geschenkt bekommen. Er macht mir jeden Morgen bevor er zur Arbeit geht meinen Morgenkaffee, damit ich es leichter habe aus dem Bett zu kommen, auch am Wochenende. Ich bin nämlich keine Lärche ,sondern gehöre eher zu den Eulen und ohne meinen Morgenkaffee kann ich ein richtiger Morgenmuffel sein. Meinen Morgenkaffee nennen wir auch scherzhaft Lebenselexier oder Manatrank. 

In seiner elementaren Bedeutung meint der Begriff des Mana ganz einfach Macht, sei diese spiritueller oder weltlicher Natur. Die polynesische Kultur sieht hier keinen grundsätzlichen Unterschied: Ein Mensch, der sich durch große Fähigkeiten, Kraft und Selbstvertrauen auszeichnet, besitzt ein bedeutendes Mana und damit – gemäß der polynesischen Überzeugung – zwangsläufig auch große spirituelle Energie.

Die anderen Kaffeetanten findet ihr bei Ninja, hier: [LINK]