Mittwoch, 2. März 2016

Phytotherapie und Aromatherapie bei Tinnitus

Zweifelsohne ist Tinnitus ein Leiden, das die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Die Therapie mit Arzneipflanzen und ätherischen Ölen kann Ursachen des Tinnitus lindern und Erleichterung schaffen.


Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tinnitus.jpg

Als Tinnitus werden über einen längeren Zeitraum auftretende Ohrgeräusche bezeichnet, die individuell unterschiedlich ausgeprägt sein können. Diese Geräusche können mit starken seelischen Beeinträchtigungen verbunden sein, beispielsweise Schlafstörungen, Unausgeglichenheit, Aggressivität, mangelnde Belastbarkeit sowie Depressionen. Die Betroffenen können sich missverstanden fühlen und sich zunehmend zurückziehen, wodurch sie in soziale Isolation gelangen. In manchen Fällen ist ein Tinnitus ein Hinweis darauf, dass im körperlichen oder im seelischen Bereich etwas Störendes und Krankmachendes vorhanden ist.

Am Anfang der Therapie sollte die Diagnostik des Tinnitus stehen. Die Zusammenarbeit eines HNO-Arztes mit einem Psychologen, dem Allgemeinarzt und einem Akustiker wäre hierbei wünschenswert. Begleitend kann Phytotherapie sehr gut eingesetzt werden, wenn psychologische Faktoren Auslöser für den Tinnitus sind, da sie eine hohe Akzeptanz bei Patienten besitzen, weil sie keine Nebenwirkungen hervorrufen.

Naturheilkundliche Therapien bei Tinnitus tragen unbestritten zur Besserung der Beschwerden bei. Zu nennen sind neben Phytotherapie und Aromatherapie auch Hydrotherapie und Kneipptherapie, Ernährungstherapie- und Bewegungstherapie, Körpertherapie, Hypnose, kreative Therapie, Genußtraining, Physiotherapie und noch andere Ansätze.

Es werden zur Phytotherapie bei Tinnitus vor allem Ginko biloba sowie Arzneipflanzen zur Beruhigung empfohlen.

Ginko biloba enthält Flavonoide, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und die Durchblutung fördern. Ginko biloba vermindert das Zusammenklumpen der Blutplättchen und der roten Blutzellen und macht das Blut dadurch fließfähiger und hilft die Durchblutung des Gehirns und des Innenohres zu verbessern,

An beruhigenden Arzneipflanzen werden Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Johanniskraut, Lavendel und Melisse eingesetzt. Lavendel und Melisse enthalten ätherisches Öl, das zur Aromatherapie bei Tinnitus genutzt werden kann.



Baldrian hat eine starke Wirkung gegen Nervosität und Schalfstörungen und ist beim Tinnitus-Patienten immer hilfreich.

Hopfen zapfen wirken mild beruhigend. Um Schlafstörungen pflanzlich zu Behandeln sollte das ganze Hopfenkraut in Kombination mit anderen beruhigenden Heilpflanzen eingenommen werden. Im Internet finden sich Empfehlungen zur Einnahme von ätherischem Öl von Hopfen als Mittel gegen Schlafstörungen. Eine psychologische Wirkung des Aromas von Hopfenöl kann nicht völlig ausgeschlossen werden. Für den Einzelnen, wenn er mit Hopfen Schlaf und Ruhe verbindet, könnte das Hopfenaroma des ätherischen Öles vom Hopfen individuell durchaus schlafanregend und entspannend sein. Wissenschaftlich stichhaltige Beweise gibt es dafür aber keine. Ätherisches Öl von Hopfen wird eher bei Entzündungen angewendet.

Video über Hopfen:




Die Passionsblume wirkt leicht beruhigend, ist allerdings nur in Kombination mit Hopfen oder Baldrian sinnvoll.

Video über Passionsblume:




Das antidepressiv wirksame Johanniskraut kann bei Depression als Begleitsymptom des Tinnitus sinnvoll sein. Nach 4-6 Wochen entfaltet Johanniskraut seine antidepressive Wirkung.

Lavendel wirkt gegen Unruhe und auch bei Erschöpfung. Das ätherische Öl von Lavendel kann in Form von Aromatherapie oder in Form von Kapseln, die ätherisches Öl enthalten, angewendet werden. 

Ebenso vielfältig kann das teurere Melissenöl zur Beruhigung eingesetzt werden. Bei Schlafstörungen durch Ohrgeräusche haben sich Baldrian und Melisse als Teezubereitung sehr gut bewährt.

Beruhigend wirkende ätherische Öle wie Fenchel, Sandelholz, Weihrauch, Jasmin, Lavendel und Melisse können in der Aromalampe angewendet werden. Sie fördern Entspannung und Wohlbefinden. Atherisches Öl kann auch in Form eines 1-3 % igen Körperöles aufgetragen werden oder als Badezusatz für ein Entspannungsbad genutzt werden, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Insgesamt stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, um Tinnitus mit Phytotherapie und Aromatherapie auf sanfte Weise ohne Nebenwirkungen von Medikamenten anzugehen.



Quelle:
Schäfer L-M. Tinnitus naturheilkundlich behandeln. EHK 2016; 65: 43-48.

http://blattgolddrbecker.blogspot.de/2016/02/atherisches-ol-vom-hopfen-gegen.html


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