Montag, 27. Juni 2016

Sport und ein Dokumentarfilm gegen Depression

Begleitende Therapieverfahren wie die Sporttherapie helfen nachweisbar gegen Depression. Eine langfristige Veränderung des Lebensstils hin zu gezielter Bewegung kann die gesundheitliche Situation depressiver Patienten deutlich verbessern. Körperlich wie geistig.


Vincent van Gogh - Old Man in Sorrow (On the Threshold of Eternity) Aus Wikimedia Commons.


An der Studie der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) nahmen 42 Patientinnen und Patienten teil, die wegen Depressionen stationär in der Klinik mit Psychotherapie sowie Psychopharmakotherapie behandelt wurden. Die Teilnehmer waren zwischen 40 und 45 Jahren alt. Die eine Hälfte der Gruppe nahm zusätzlich an einer strukturierten Sporttherapie teil, die das Institut für Sportmedizin speziell für depressive Patienten entwickelt hatte. Das Sportprogramm bestand aus einem sechswöchigen Gerätetraining mit drei 45minütigen Einheiten pro Woche. Trainiert wurden Kraft und Ausdauer. Die Intensität des Trainings wurde, entsprechend der Herz-Kreislaufwerte und der Selbsteinschätzung der Patienten, langsam gesteigert. Sporttrainer standen den Probanden zur Seite. 

Zu Beginn der Studie stellten die Wissenschaftler fest, dass depressive Menschen durchschnittlich 1,5 Mal mehr Herzfett haben als gesunde Menschen. Durch eine sechswöchige strukturierte Sporttherapie können depressive Patienten ihr zu großes Herzfettgewebe verringern. Nach der sechswöchigen Sporttherapie hatten die Teilnehmer etwa zehn Prozent ihres Herzfettes verloren. Weitere erfreuliche Effekte der Sporttherapie sind eine Verringerung des ebenfalls gefährlichen, bei depressiven Patienten überdurchschnittlich vorhandenen Bauchfetts, eine Verbesserung der HDL-Cholesterinwerte und eine verbesserte maximale Sauerstoffsättigung des Blutes. Sport wirkt sich positiv auf die Psyche der Patienten aus.

Früher hieß es immer, depressive Patienten sind zum Sport kaum zu motivieren. Doch es kann klappen, wenn sie intensiv betreut werden und das Programm optimal auf sie zugeschnitten ist. Die Sporttherapie sollte bei der Behandlung depressiver Patienten als dritte Säule zur psychotherapeutischen und medikamentösen Therapie hinzukommen.


Ein Film gegen das Klischee der Depression
Wie sich Depressionen auf die Erkrankten im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich auswirken, erzählt der Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ in 75 Minuten anhand des Schicksals zweier Frauen und einer Familie. 

Der Dokumentarfilm zeigt, wie Menschen mit Depressionen die Welt wahrnehmen, und schafft so Verständnis für die Erkrankung und baut Vorurteile ab.

Der Streifen „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ wird ab November auf einer Deutschlandtournee gezeigt. Der Film kann jetzt schon vorbestellt werden: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/DVD-Vorbestellung.php .

Obwohl die Gemütskrankheit gut behandelbar ist, halten sich nach wie vor Klischees. „Es sollen Risse entstehen, durch die das Licht dringen kann,“ ist eine der Hauptaussagen des Films. 

 „Wie fühlst Du Dich heute?“, fragt der Psychotherapeut im Film die Kranke, „beschreib es mir bitte“. „Wie eine vereiste Blume – oder eine Blume im Eis“, ist die Antwort. „Ich schaue durch die Vereisung und niemand kommt an mich heran.“ Später bringt die Patientin eine Flasche mit gefrorenem Wasser mit, in der sich eine Rose befindet. Wahrlich ein Kunstwerk und ein sehr eindrucksvoller Moment für den Zuschauer. Denn die Rose braucht Wärme und das Eis taut, genau wie die Patientin, die mit einem ersten Riss neues Licht an ihre Seele lässt.


Snow crystals. From Wikimedia Commons


Bei dem Bild  der gefrorenen Blume, kommt mir die Duftreise, die ich letztens gebloggt habe, in den Sinn. Ich frage mich, ob eine Duftreise mit ätherischen Ölen Risse entstehen lassen kann, durch die das Helligkeit strahlt. Die Rose duftet, wenn sie sich vom Eis befreit. Hierzu empfehle ich den Link zu der Duftreise „Blumen unter Eis und Schnee“.


Duftreise „Blumen unter Eis und Schnee“

Der Begriff Entspannung ist jedem geläufig und der Zusammenhang mit der Duftreise liegt auf der Hand. Die Entspannung kann durch den Dufteindruck ätherischer Öle vertieft werden. Ätherische Öle eignen sich daher hervorragend, um Fantasiereisen und Meditationen zu untermalen.

Kritikwürdig ist an dem Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ die Darstellung der Psychopharmaka. Langzeitpatienten berichten sehr positiv über ihren Umgang mit den Medikamenten. Psychopharmaka besitzen eine Latte unannehmlicher Nebenwirkungen. Ein Leben ohne oder mit Alternativen wie Sport und Phytotherapie findet keine Erwähnung.


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Mind-Body-Medizin bei koronarer Herzkrankheit

Die Mind-Body-Medizin (MBM) hat Programme zur Verbesserung des Lebensstils bei koronarer Herzkrankheit (KHK) entwickelt. Die Mind-Body-Medizin (MBM) ergänzt Ernährungsberatung und Sport noch um Entspannungsverfahren und psychologisch-motivationale Elemente, was die Besonderheit der MBM ausmacht. Die Häufigkeit das Herz betreffender Ereignisse, wie die eines Herzinfarktes, kann durch MBM verringert werden. Weitere Verbesserungen bestehen bei Atherosklerose und systolischem Blutdruck im Vergleich zur Standardbehandlung. 



Quellen:
Pressemeldung Medizinische Hochschule Hannover, 08.06.2016. https://www.mh-hannover.de/46.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4631&cHash=89d915688b30d36e0d8c80fa7a392b30

Dtsch Arztebl 2016; 113(25): A-1224 / B-1028 / C-1012
Spath, Jürgen
Dokumentation: Wie eine vereiste Blume

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