Montag, 15. Februar 2016

Ätherisches Öl vom Hopfen gegen Entzündungen (Humulus lupulus L.)

Ätherisches Öl vom Hopfen ist gegen Entzündungen sehr zu empfehlen, während Hopfenzapfen mit dem darin enthaltenen Harz als Schlaf- und Beruhigungsmittel verwendet werden können. Im folgenden Text wird die Wirkung von ätherischem Öl von Hopfen näher erläutert.

Der wünschenswerte würzig-aromatische Charakter guten Bieres ist dem ätherischen Öl des Hopfens zu verdanken, während der bittere Geschmack den Bitterstoffen im Hopfenharz zuzuschreiben ist. Die Verbindungen im ätherischen Öl von Hopfen, die für das Aroma verantwortlich sind, wurden identifiziert und charakterisiert. 

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe in den Hopfenzapfen sind vor allem das Harz (15-30 %) das die Bitterstoffe Humulon und Lupulon enthält. Neben anderen wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen enthält Hopfen einen Anteil von 0,35 % ätherisches Öl mit den Hauptbestandteilen Mycren, Caryophyllen und Farnesen.

Eine intensive "holzig, Zedernholz" artige Note wurde als der stärkste Duft des ätherischen Hopfenöls bestimmt. Das edle Hopfenaroma ist chemisch gesehen ein Zusammenspiel von 8 bis 13 Verbindungen je nach Hopfenart. Die für das Aroma bedeutsamste Verbindung ist 14-Hydroxy-β-Caryophyllen. Als weitere wichtige Aromastoffe sind Geraniol, Linalool, β-Ionon und Eugenol zu nennen.

Video über Hopfen:




Hopfen ist vor allem für seine sedative und schlaffördernde Wirkung bei Unruhe, Angstzuständen und Schlafstörungen bekannt. Sedativ wirkt vor allem das aus den Bitterstoffen entstehende Methylbutenol. Das ätherische Hopfenöl enthält kein Methylbutenol und kommt daher nur bedingt für die Wirkung des Hopfens als Beruhigungsmittel in Frage. 1

Da die chemischen Verbindungen des Hopfenöls bekannt sind, können die pharmakologischen Wirkungen von ätherischem Öl von Hopfen vermutet werden.

Es sind Mycren,
und Eugenol
in ätherischem Öl von Hopfen identifiziert worden.

Die pharmakologische Wirkung von Caryophyllen und Eugenol sind sehr gut erforscht und sprechen für die Wirksamkeit von ätherischem Hopfenöl, wenn auch nicht als Sedativum. Caryophyllen wirkt vor allem entzündungshemmend und Eugenol beim Menschen schmerzstillend und entzündungshemmend. Es wurden viele weitere Einzelwirkungen dieser Reinsubstanzen festgestellt. Es ist anzunehmen, dass das ätherische Öl vom Hopfen vor allem entzündungshemmend wirkt und ausserdem noch weitere Einzelwirkungen besitzt.

Entzündungsprozesse sind für zahlreiche Krankheiten im Körper verantwortlich, angefangen bei Arteriosklerose über Morbus Crohn und Rheuma bis Zystitis (eine Entzündung der Harnblasenschleimhaut). Sichtbare Entzündungen gehen mit den typischen Merkmalen Rötung, Schwellung und Eiterbildung einher. Auf eine Verletzung oder Reizung der inneren Organe reagiert der Körper aber ebenso mit einer Entzündung, die weniger augenscheinlich im Verborgenen liegt. Entzündungen innerer Organe können sich unbemerkt und schleichend im Körper ausbreiten und sogar schwere Erkrankungen, wie z.B. Autoimmunerkrankungen oder Krebs auslösen. Wer dem Altern vorbeugen und gesund leben will sollte dies vor allem mit entzündungshemmenden pflanzlichen Begleitstoffen tun, wie die Anti-Aging Medizin behauptet.

Im Internet finden sich Empfehlungen zur Einnahme von ätherischem Öl von Hopfen als Mittel gegen Schlafstörungen. Eine psychologische Wirkung des Aromas von Hopfenöl kann nicht völlig ausgeschlossen werden. Für den Einzelnen, wenn er mit Hopfen Schlaf und Ruhe verbindet, könnte das Hopfenaroma des ätherischen Öles vom Hopfen individuell durchaus schlafanregend und entspannend sein. Wissenschaftlich stichhaltige Beweise gibt es dafür aber keine. Um Schlafstörungen pflanzlich zu Behandeln sollte besser das ganze Hopfenkraut evt. in Kombination mit Passionsblume , Melisse oder Lavendel eingenommen werden.


Video über die Passionsblume:




Wie ätherisches Öl von Hopfen angewendet werden sollte, um Entündungen vorzubeugen bzw. zu behandeln, ist derzeit nicht klar, denn dazu existieren bislang keine durch Studien abgesicherten Empfehlungen. Bei äußerlichen Entzündungen der Haut, wie z.B. Akne, kann man ätherisches Hopfenöl mehrmals täglich in 1-3% iger Verdünnung auf die betroffenen Stellen auftragen, soweit keine Allergie dagegen besteht. Das Auftragen ätherischer Öle in verdünnter Form gilt abgesehen von einigen Ausnahmen als gesundheitlich unbedenklich. Wissenschaftlich gesicherte Dosierungsempfehlungen über die gesundheitlich unbedenkliche und wirksame Menge sowie den Anwendungszeitraum zur innerlichen Einnahme von ätherischem Öl von Hopfen liegen nicht vor. Daher ist von der innerlichen Einnahme abzuraten, auch wenn es Empfehlungen dazu im Internet gibt.



1 Comparison of Odor-Active Compounds in the Spicy Fraction of Hop (Humulus lupulus L.) Essential Oil from Four Different Varieties§
Graham T. Eyres ,† Philip J. Marriott ,*‡ and Jean-Pierre Dufour †
Department of Food Science, University of Otago, P.O. Box 56, Dunedin 9054, New Zealand, and Australian Centre for Research on Separation Science, Department of Applied Chemistry, RMIT University, G.P.O. Box 2476V, Melbourne, Victoria 3001, Australia
J. Agric. Food Chem., 2007, 55 (15), pp 6252–6261
DOI: 10.1021/jf070739t
Publication Date (Web): June 23, 2007
Copyright © 2007 American Chemical Society