Samstag, 21. Januar 2017

Cannabis in der Apotheke Pro & Kontra


Cannabispflanze   Blattgold Dr.Becker ®


Pro
Cannabis ist illegal, dessen ungeachtet konsumieren es viele Personen regelmäßig. Ein generelles Verbot ändert nichts daran. Der Cannabis-Verkauf über die Apotheke wäre ein Versuch den Konsum aus der Illegalität in regulierte Bahnen zu lenken. Die Kiffer würden für ihre Sucht sensibilisiert werden. Pharmazeuten sind medizinische Fachleute sind geschult im Umgang mit Betäubungsmitteln. Drogendealer sind das nicht und nicht vertrauenswürdig.  Apotheker können Menschen auf Missbrauch und Sucht ansprechen. Kiffer würden kompetent beraten, während Drogendealer nur ihren Profit sehen. Apotheker würden Konsumenten helfen, die von der Sucht loskommen wollen, indem sie ihnen Hilfe vermitteln. Nicht zuletzt können Pharmazeuten die Qualität des Cannabis sicherstellen, während die Beschaffenheit auf dem Schwarzmarkt unsicher ist. Im Schwarzhandel kursiert minderwertiges Cannabis, das mit synthetischen Drogen besprüht wurde für einen stärkeren Rausch. Synthetische Cannabinoide verursachen unter anderem Psychosen.
Die Abgabe von Cannabis über Apotheker würde die Verbraucher von Dealern fernhalten, die versuchen die Konsumenten mit harten Drogen wie Heroin in Kontakt zu bringen. Das Konsumverhalten der Kiffer würde bei Cannabis bleiben und sie wären vorVersuchungen geschützt. Der Weg des Kiffers hin zur Endstation Drogenkarriere wäre erschwert.

Kontra
Cannabis und die Medizin haben eine gemeinsame Geschichte. Heute weiß man, dass Cannabis psychische Abhängigkeit hervorruft. Mäßiger Konsum kann zu Konzentrationsstörungen, einem depressiven Syndrom oder einer Psychose führen. Kiffer und Kranke, die Cannabis auf Rezept verschrieben bekommen könnten denken: "Was von Arzt verschrieben wurde, ist nicht gefährlich." Das wäre ein Trugschluss. Es könnte durch den freien Verkauf in Apotheken eine Verharmlosung der Risiken des Cannabiskonsums eintreten.
Es gibt bislang keine hochwertigen Studien die eine Wirkung von Cannabis beispielsweise bei Multipler Sklerose, Krebsschmerzen und ADHS belegen. Kontrollierte klinische Studien haben nicht gezeigt, dass Cannabis den bewährten Arzneimitteln überlegen ist. Cannabis ist eher das letzte Mittel, wenn keine der bewährten Therapien mehr anschlagen. Medizinische Belege für die Überlegenheit von Cannabis anderen, marktüblichen Medikamenten gegenüber existieren nicht. Auch Kokablätter betäuben Schmerzen,aufgrund dessen wird nicht gleich Kokain als Medikament in der Apotheke verkauft. Gras in der Apotheke zu vermarkten wäre keine medizinische, sondern eine politische Entscheidung. Ärztliche Motive zum Verkauf von Cannabis gibt es nicht, bis auf eine Chance im Hinblick auf die Prävention von Drogenkarrieren und Sucht.


Quelle:
Sollten Apotheken Canabis verkaufen? Von Regula Müller und Dr. Hubert Buschmann. Erschienen im Magazin der Deutschen Apotheker- und Ärztebank RICHARD. Eins 2017.


Links:

 
Am 21. Juni 2016 fand das Symposium der Bundesapothekerkammer „Cannabis als Arzneimittel – Fakten und Herausforderungen“ in Berlin ...

 
 
 
Neben Alkohol sind Opium, Cannabis sowie Bilsenkraut oder verwandte Pflanzen seit Jahrtausenden als psychisch wirksam bekannt und bis ...
 
 
 
Dronabinol ist der isolierte Hauptwirkstoff der Droge Cannabis. Seit 1998 ist es eine verkehrs- und verschreibungsfähige Rezeptursubstanz.

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